Titel: Ueber die Anwendbarkeit des Kaffeeabsuds, des salzsauren Baryts etc., um die Fäulniß thierischer Substanzen zu verhüten; von Ed. Robin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 125/Miszelle 8 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj125/mi125mi06_8

Ueber die Anwendbarkeit des Kaffeeabsuds, des salzsauren Baryts etc., um die Fäulniß thierischer Substanzen zu verhüten; von Ed. Robin.

Ich habe schon im verflossenen Jahre die conservirende Eigenschaft der auflöslichen Barytsalze, besonders des salzsauren Baryts beobachtet, und letzteres Salz zum Conserviren von Milch, Blut und Muskelfleisch angewandt weil es nicht nur die Milch und das Blut, sondern auch die eiweißhaltigen Auflösungen im flüssigen Zustande erhält.

Zu den früher von mir angegebenen Mitteln (polytechn. Journal Bd. CXIX S. 219) um die thierischen Substanzen zu conserviren, d.h. ihre langsame Verbrennung zu verhindern gehören daher noch das Chloroform, welches Hr. Augendre empfahl, das Gemisch von schwefligsaurem und unterschwefligsaurem Zink, welches Hr. Sucquet (polytechn. Journal Bd. C. S. 216) anwendet, der Schwefeläther, welchen Hr. Orfila in der neuen Ausgabe seiner Toxikologie als ein Schutzmittel |468| gegen die langsame Verbrennung aufführt, und der salzsaure Baryt (Chlorbaryum) welchen unlängst Hr. Blandet empfahl (derselbe benannte ihn chlorure de baryte anstatt chlorure de barium, daher S. 397 im vorhergehenden Heft des polytechn. Journals statt „Chlorbaryt“ zu lesen ist „salzsaurer Baryt“).

Die physiologischen Wirkungen des Kaffees, seine Zusammensetzung nach dem Rösten, brachten mich auf die Vermuthung, daß er die thierischen Substanzen gegen die langsame Verbrennung schützen und folglich fäulnißverhindernd wirken müsse, was sich auch bestätigte. Ich tauchte Fleisch in nicht gezuckerten, aber etwas starken Kaffee, welchen ich vorher erkalten, drei Tage mit der Luft in Berührung ließ und zeitweise umschüttelte; dieses Fleisch hat sich nun seit neun Monaten ohne merkliche Veränderung erhalten. Es bekam das Aussehen des gesottenen Fleisches und verbreitete niemals einen Geruch; die Flüssigkeit entfärbte sich, behielt aber einen sehr angenehmen aromatischen Geruch. Die andere Hälfte desselben Fleisches brachte ich in die gleiche Menge desselben gekochten Wassers, nachdem es erkaltet, eben so lange an der Luft stehen gelassen und umgeschüttelt worden war; dieses Fleisch bekam nach zehn Tagen einen Geruch und war nach drei Wochen in Fäulniß übergegangen. Vielleicht ließe sich das gesottene Fleisch für die Haushaltungen mittelst Kaffeeabsuds conserviren. (Comptes rendus, Septbr. 1852, Nr. 10.)

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