Titel: Ansatz kleiner warmer Küpen, nach Ed. Scherff.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 4 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi01_4

Ansatz kleiner warmer Küpen, nach Ed. Scherff.

Da, wo nur zeitweise und dann nur kleine Quantitäten Wolle acht blau zu färben sind, und deßhalb eine warme Küpe nicht in fortwährendem Gange gehalten und nur in geringen Verhältnissen angestellt werden kann, führt dieselbe Uebelstände mit sich, die sich beim gewöhnlichen Anstellungsverfahren nicht, wie bei den großen Küpen, vermeiden lassen Der Verf. machte den Versuch, eine kleine Küpe zum Wollfärben in folgender Weise herzustellen. Es wurden 12 Loth Indigo, 1 1/2 Pfd. Syrup, und caustische Kalilauge, mehr als zur Lösung des Indigo gehören würde, in eine kleine Küpe gethan, das Ganze gegen Abend so warm gemacht, wie es beim Ansetzen der Küpen geschieht und so über Nacht stehen gelassen. Am anderen Morgen war der Indigo vollständig gelöst, die Lösung aber zu scharf, um zum Färben dienen zu können. Auch bei längerem Stehen verlor sie ihre Schärfe nicht. Sie bekam jetzt noch Indigo, der aber nicht mehr gelöst wurde; die Flotte hatte darnach das Ansehen einer trüben Küpe. Um sie klar zu machen, wurde versucht, sie in eine |77| warme Küpe umzuwandeln, und zu diesem Zwecke durch Kohlensäure das caustische Kali neutralisirt und dann etwas Kleie gegeben. Der Versuch gelang vollkommen, denn nach kurzer Zeit klärte sich die Küpe, war zum Färben geschickt und lieferte gute Resultate. Dieser Versuch zeigt, daß man mittelst des Syrups schnell, sicher und leicht in den Besitz einer warmen Küpe gelangen kann. (Deutsche Musterzeitung, 1852, Nr. 4.)

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