Titel: Anwendung des Präparirsalzes zur Herstellung aller Farben in der Baumwollfärberei für Garne und für Stücke, nach W. Grüne jun.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 5 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi01_5

Anwendung des Präparirsalzes zur Herstellung aller Farben in der Baumwollfärberei für Garne und für Stücke, nach W. Grüne jun.

Mit dem Präparirsalz (Zinnoxydnatron) werden bekanntlich Farben auf die Weise erzeugt, daß man die Waare in der Lösung des Präparirsalzes und unmittelbar darauf mit sehr schwacher Säure behandelt; es wird dadurch ein Niederschlag von Zinnoxyd auf der Faser erhalten, welcher nach dem Spülen in den verschiedenen Farbebädern verschiedene Farben annimmt; so in Rothholz – Rosa und Roth; in Blattholz – Lila und Violet u.s.w. Mit Zinnoxyd allein gebeizte Stoffe nehmen nie alle, namentlich nicht dunkle Farben an; Thonerde, Eisen sind für viele derselben erforderlich, man kann nun aber nach dem Verf. sämmtliche Farben mit Anwendung des Präparirsalzes herstellen, indem man mit dem Zinnoxyd zugleich Thonerde, Eisenoxydul oder -Oxyd u.s.w. auf die Waare niederschlägt. Um dieß zu bewirken, läßt der Verf. statt der einfachen Zersetzung des Salzes durch eine Säure, eine doppelte, durch Benutzung eines Thonerde-, Eisensalzes u.s.w., stattfinden, wo sich dann die Basis des Salzes mit niederschlägt. Nimmt man statt der Säure z.B. Alaun, so werden Zinnoxyd und Thonerde, nimmt man salpetersaures Eisenoxyd, so werden Zinnoxyd und Eisenoxyd niedergeschlagen. Je nach der zu erzeugenden Farbe nimmt man zur Zersetzung des Präparirsalzes auf der Faser auch mehrere Salze zusammen, z.B. Eisensalz, Alaun und Zinnsalz u.s.w.

Die Arbeit besteht ganz einfach darin, daß der wo möglich trockene Stoff mit der Lösung von Präparirsalz, je nach Erforderniß stark, getränkt, durch Ausquetschen u s. w. von der anhängenden überflüssigen Flotte befreit, sofort recht gleichmäßig in der Lösung des nöthigen Salzes oder Salzgemisches kurze Zeit behandelt, dann gut gespült und hierauf gefärbt wird. Das Färben geht schon kalt, besser jedoch in der Hitze vor sich. Die Farbflotten bleiben vollkommen klar und werden bis auf den letzten Rest erschöpft. Bei Stückwaaren erreicht man durch Benutzung der Klotzmaschine vollkommen günstige Resultate; für Garne muß man zur Erlangung derselben das Niederschlagen immer mit einer Handvoll vornehmen, was übrigens, da es schnell geht, keinen erheblichen Zeitverlust hervorbringt. (Deutsche Musterzeitung, 1852, Nr. 3.)

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