Titel: Vorzügliche Methode, Aepfel bis zum nächsten Frühjahr wohlschmeckend aufzubewahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 9 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi01_9

Vorzügliche Methode, Aepfel bis zum nächsten Frühjahr wohlschmeckend aufzubewahren.

Viele Leute haben die Gewohnheit, die Aepfel, welche sie im October von den Bäumen pflücken, auf den Fußboden einer Oberstube auszubreiten, und man sagt, daß die Aepfel, weil sie dadurch etwas trocknen, viel besser dauern. Dieses aber kann |80| man als einen Irrthum bezeichnen. Nachdem man die Aepfel so lange auf den Bäumen hat hängen lassen als es nur der Frost erlaubt, sollten sie vom Baume weg sofort in geschlossene Fässer gebracht und darin so trocken und kühl als möglich gehalten werden. Läßt man sie auf dem Fußboden einer Oberstube wochenlang liegen, so schrumpfen sie ein und verlieren ihr Aroma, ohne irgend eine längere Dauer derselben dadurch zu sichern. Die beste Methode, Aepfel für das kommende Frühjahr aufzubewahren, dürfte die seyn, daß man sie in trocknen Sand legt, sobald sie gepflückt sind. Zu diesem Ende trockne man sich in der Sommerhitze Sand, und später im October legt man die Aepfel in Fässer zwischen Lager von solchem trocknen Sand, so daß jede Aepfelschicht damit hinreichend bedeckt ist. Die eigenthümlichen Vortheile dieser Behandlungsweise sind: 1) der Sand schließt die Aepfel von der Luft ab, welches ein wesentliches Erforderniß für ihre Dauer ist; 2) der Sand hält die Ausdünstung der Aepfel auf, und letztere behalten ihr Aroma vollständig, und die Feuchtigkeit, welche natürlich den Aepfeln ausschwitzt, wird von dem gedörrten Sande rasch absorbirt, so daß die Aepfel stets trocken bleiben und alle Feuchtigkeit davon abgehalten wird. So aufbewahrte Aepfel sind im Mai und Juni so frisch und besitzen ihr Aroma so vollständig, als wären sie eben erst geerntet, sogar die Enden der Stiele sehen aus, als ob sie nur kürzlich gepflückt worden wären. (Aus dem Massachusetts Agricultural Repository, durch prakt. Wochenbl. 1852, Nr. 32.)

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