Titel: Ueber die Zuverlässigkeit der Tangentenboussole zum Messen der Intensität elektrischer Ströme.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 5 (S. 155–156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi02_5

Ueber die Zuverlässigkeit der Tangentenboussole zum Messen der Intensität elektrischer Ströme.

Da in neuester Zeit von vielen Seiten Zweifel über die Zuverlässigkeit der Tangentenboussole zu diesem Zweck erhoben wurden, so hat der französische Physiker Despretz mehrere Reihen vergleichender Versuche angestellt, aus welchen er (Comptes rendus, October 1852, Nr. 14) den Schluß zieht, daß die Stromstärke nicht proportional ist der Tangente des Ablenkungswinkels, selbst bei Boussolen, deren Stromkreis einen Durchmesser von 1/2 Meter, und deren Magnetnadel nur eine Länge von 4 Centimeter hat; erst wenn der Stromkreis einen Durchmesser von 1 Meter und die Nadel eine Länge von höchsten 3 Centimet. erhalte, könne |156| die Proportionalität zwischen den Intensitäten und den Tangenten der Ablenkungswinkel zugelassen werden. Diesen großen Boussolen würde man die Empfindlichkeit der kleinern geben, wenn man statt eines einfachen Metallreifes vier dicke Drähte von 5 bis 8 Millimeter Durchmesser, welche durch ein Seidenband von einander isolirt wären, anwenden würde, und man würde auf solche Weise wirkliche proportionale Strommesser (Rheometer) haben.

Würde man ferner diese vier dicken Drähte durch ein Bündel von 12 bis 20 weniger dicken Drähten, von 3 bis 4 Millimeter Durchmesser ersetzen, so würde man proportionale Rheoskope erhalten, welche eine hinreichende Empfindlichkeit für die Messung der meisten schwachen Ströme besäßen. Man könnte dazu, um die Genauigkeit der Winkel-Ablesung mit der Empfindlichkeit des Apparates in das gehörige Verhältniß zu setzen, dem getheilten Kreise einen Durchmesser von 30 Centimetern geben.

Solche größere proportionale Rheometer und Rheoskope hätten endlich den Vortheil, daß sie als Grund- oder Eichmaaße für die Graduirung gewöhnlicher Rheometer und Rheoskope von kleineren Dimensionen dienen könnten, wodurch diese dann ebenfalls richtige Meßinstrumente würden.

Schließlich noch die Bemerkung, daß Hr. Despretz für seine Versuche die mit einem Hütchen von Achat auf einer Spitze ruhende Magnetnadel der an einem Faden aufgehängten vorgezogen hat, indem er der geringern Beweglichkeit der ersten durch eine kleine Erschütterung nachhalf, wenn dieselbe im Begriff war ihre Gleichgewichtslage einzunehmen.

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