Titel: Ueber oxydirtes Silber; vom Goldarbeiter Voges in Berlin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 3 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi03_3

Ueber oxydirtes Silber; vom Goldarbeiter Voges in Berlin.

Das jetzt so beliebte Schwarzfärben des Silbers, das sogenannte Oxydiren oder Galvanisiren des Silbers, wird auf verschiedene Art erzielt.

Man kennt in der Chemie zwei Stoffe, durch welche das Silber unter allen Umständen geschwärzt wird. Diese sind das Chlor und der Schwefel.

Es fragt sich zunächst, welchen Farbeton man auf der Arbeit wünscht; der Schwefel gibt stets einen blauschwarzen Ton, während das Chlor einen braunen Ton gibt.

Wünsche ich einen mehr schwarzen Ton auf dem gefertigten Gegenstand, welcher entweder von Silber oder von Messing, Tomback, Kupfer gearbeitet und gut versilbert ist, so verwende ich Schwefelleber, welche in destillirtem Wasser gelöst und etwas erwärmt wird; will ich den mehr braunen Ton hervorbringen, so nehme ich Salmiak und Kupfervitriol, zu gleichen Theilen in Essig gelöst.

Doch ist wohl das leichteste Verfahren und für die gewöhnlichen Anforderungen ausreichend, daß man die zu schwärzenden Gegenstände mit Salmiak bestreicht, worauf augenblicklich die schwarze Farbe erscheint. Sollte ein größerer Gegenstand Flecke bekommen, oder doch ungleich an Farbe erscheinen, so genügt, wie auch bei dem oben angegebenen Verfahren, ein Bürsten mit Graphit. (Aus Dr. L. Elsner's chemischtechnischen Mittheilungen, Berlin 1853.)

Nach Karmarsch (Technologie Bd. I S. 491) verfährt man folgendermaßen, um den Silberwaaren durch Ueberziehung mit einer zarten Lage Schwefelsilber eine schwarzgraue Farbe zu ertheilen und sogenanntes oxydirtes Silber hervorzubringen: Man legt die fertig gearbeiteten und polirten Gegenstände in eine sehr schwache Auflösung von Schwefelleber in Wasser, wozu etwas Salmiakgeist gemischt ist; spült sie nach Erscheinen des gewünschten Farbetons in reinem Wasser, trocknet sie und vollendet sie durch Glanzschleifen, welches der Ueberzug bei gehöriger Behutsamkeit recht gut vertragt. Besonders neben goldenen Bestandtheilen auf Schmucksachen erzeugt die so hervorgebrachte graue Farbe einen sehr gefälligen Contrast.

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