Titel: Untersuchung mehrerer Proben sogenannten russischen Leims auf seine fremdartigen Beimengungen; von A. Faißt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 4 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi03_4
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Untersuchung mehrerer Proben sogenannten russischen Leims auf seine fremdartigen Beimengungen; von A. Faißt.

Der unter obigem Namen im Handel vorkommende Leim hat seiner besonderen Eigenschaften wegen vielfache Anwendung gefunden, obgleich er im Preise höher zu stehen kommt als der gewöhnliche Leim; es schien deßhalb von Interesse, die Eigenthümlichkeiten dieses neuen Fabrikats und die Verschiedenheit desselben von dem gewöhnlichen Leim auszumitteln, und es folgen hier die Resultate mehrerer zu diesem Zwecke im chemischen. Laboratorium der polytechnischen Schule in Stuttgart ausgeführten Untersuchungen von vier Leimsorten, wie sie im Handel vorkommen.

Nr. 1. Ein vollkommen undurchsichtiger, fleischfarbiger Leim mit stark glänzendem, muschligem Bruch.

In 100 Theilen dieses Leims sind als fremdartige Beimengungen enthalten:

Zinkoxyd (Zinkweiß) 1,66 Thl.
kohlensaurer Kalk (Kreide) 2,40 Thl.

Nr. 2. Von dem vorigen äußerlich nur durch eine etwas dunklere Farbe verschieden.

In 100 Theilen sind enthalten:
schwefelsaures Bleioxyd 4,16 Thl.
kohlensaurer Kalk 2,92 Thl.

Nr. 3. Von Nr. 1 äußerlich kaum etwas verschieden.

In 100 Theilen sind enthalten:
schwefelsaures Bleioxyd 3,79 Thl.
kohlensaurer Kalk 2,35 Thl.

Nr. 4. Eine mehr dunkel gefärbte Probe enthält in 100 Theilen:

schwefelsaures Bleioxyd 3,18 Thl.
kohlensaurer Kalk 2,10 Thl.

Ueber das Verhalten dieser Leimsorten bei ihrer technischen Verwendung ist mir nichts Näheres und Zuverlässiges bekannt geworden, doch ist anzunehmen, daß er bei manchen Gegenständen schon wegen seiner Undurchsichtigkeit und seines mehr porzellanartigen Aussehens wird zweckmäßig Anwendung finden können: auch verhalten sich Beimengungen, wie Zinkoxyd etc. bei seiner Anwendung als Bindemittel gewiß nicht indifferent, sondern dieselben werden gewiß auch vortheilhaft einwirken. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1852, Nr. 44.)

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