Titel: Eine neue Culturart des Weizens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 11 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi04_11

Eine neue Culturart des Weizens.

Ein englischer Landwirth veröffentlicht in einer Broschüre A wor din season (ein Wort zu seiner Zeit), von welcher schon die neunte Auflage erschienen ist, ein neues Verfahren, den Weizen anzubauen. Die Thatsachen sind folgende: Von 4 Acres (Morgen) Land, welche zu dieser Culturmethode dienen, baut er jedes Jahr 2 Acres an und läßt die andere Hälfte brach liegen. Bei seiner Uebernahme des Gutes war der Boden ganz erschöpft und hatte den Fruchtwechsel ganz durchgemacht; er ackerte ihn einen Zoll tiefer um, als dieß gewöhnlich geschieht, reinigte und nivellirte ihn und säete ihn ohne weitere Bearbeitung wie gewöhnlich mit 9 Litern auf den halben Acre an; die Ernte betrug 58 Hektoliter guten, schönen Weizens; ein, nach Abzug aller Kosten, reiner Nutzen von 37 Pfd. Sterl. 3 Shill. Bei näherer Betrachtung wird man sich über dieses Resultat weniger wundern, als aus den ersten Anblick; der Boden erhielt nur scheinbar keine Düngung; die anorganischen Dünger sind nämlich in unerschöpflicher Menge im Unterboden enthalten, von welchem bei diesem Verfahren eine so dicke Schicht an die Oberfläche gebracht wird, als der Frost des Winters und die Hitze des Sommers sie durchdringen können. Die organischen Düngerbestandtheile anbelangend, besitzt bekanntlich die Ackererde, und namentlich der Thon, die Eigenschaft, das Ammoniak der Luft zu fixiren, wodurch der Weizen die ihm erforderliche Menge von Kieselerde und Ammoniak erhält. Man mache daher das Erdreich durch tieferes Umackern der Einwirkung der Luft und der Sonne zugänglich und lasse den gehörigen Raum zwischen den Getreidestöcken, damit Licht, Luft und Feuchtigkeit zwischen ihnen circuliren können, dann wird die Natur das Uebrige thun, der Stickstoff kommt von selbst. Wie Hr. Barral gezeigt hat (S. 158 |319| in diesem Bande des polytechn. Journals), verdichtet der bloße Regen an Ammoniak und Stickstoff das Aequivalent einer reichen Düngung. (Cosmos, revue encyclopédique, 1852, Nr. 14.)

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