Titel: Behandlung des ausgewachsenen Getreides.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 13 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi04_13

Behandlung des ausgewachsenen Getreides.

Nachstehendes wurde vom königl. sächsischen Sanitätscollegium öffentlich bekannt gegeben und verordnet:

1) Das ausgewachsene, angelaufene, dumpfige oder sonst durch Feuchtigkeit ausgeartete Getreide darf nicht sogleich nach dem Dreschen gemahlen werden, sondern man muß es vorher an der Luft, an der Sonne oder noch besser auf einer Malzdörre oder einem Backofen austrocknen oder gar abdorren, den dabei abfallenden Auswuchs absondern und es, wo möglich, mit gesünderem vermengen.

2) Das von diesen Körnern gewonnene, gewöhnlich etwas feuchtere Mehl darf nicht gleich, nachdem es von der Mühle gekommen, verbacken werden, sondern muß, wenn es irgend seyn kann, wenigstens 6 Tage, an einem trockenen Orte, leicht verdeckt, stehen bleiben.

3) Bei dem Einteigen des Mehls darf man nicht zu viel und ja nicht zu heißes Wasser hinzugießen; der Teig selbst muß, wenn es die Umstände erlauben, mit besserem, wenigstens recht trockenem Mehle sorgfältigst durchknetet, etwas mehr als sonst gebräuchlich, gesäuert, gesalzen, auch mit ein wenig Kümmel vermengt werden; |320| er muß gehörig aufgehen, des leichtern Ausbackens wegen in nicht zu große Brode geformt und bei nicht jäher Hitze gebacken werden.

4) Man esse das Brod nie frischgebacken, sondern wo möglich erst am dritten Tag. (Badisches Correspondenzbl.)

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