Titel: Ueber die unter dem Namen Bidery in Ostindien fabricirte Legirung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 5 (S. 313–314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi04_5

Ueber die unter dem Namen Bidery in Ostindien fabricirte Legirung.

Unter den aus dem englischen Indien zur Londoner Ausstellung geschickten Waaren bemerkte man mit Interesse verschiedene Gegenstände, die aus einer Legirung, Bidery genannt, gefertigt waren. Diese Legirung hat ihren Namen von der Stadt Bider (ungefähr 9 Myrameter nordwestlich von Hyderabad gelegen), wo man sie fabricirt. Sie wird, nach Dr. Heine, zunächst aus 16 Theilen Kupfer, 4 Theilen Blei und 2 Theilen Zinn zusammengesetzt, und diesen zusammengeschmolzenen Metallen fügt man dann, auf je 3 Pfd. derselben, 16 Pfd. Zink zu, welches man damit zusammenschmilzt, worauf die Masse zu Gefäßen gegossen wird. Um diesen die geschätzte schwarze Farbe zu geben, taucht man sie in eine Lösung von Salmiak, Salpeter, Kochsalz und blauem Vitriol. Dr. Hamilton sah zusammenschmelzen: Zink 123,6 Theile, Kupfer 4,6 Theile, Blei 4,14 Theile, mit einer Mischung von Harz und Wachs, die man in den Tiegel bringt, um die Oxydation zu verhüten. Man gießt dann in Thonformen und vollendet die Artikel auf der Drehbank. Die Künstler |314| überziehen sie dann mit Blumen oder anderen Ornamenten in Gold oder Silber. Zu diesem Zweck beginnen sie damit, die Oberfläche mit blauem Vitriol und Wasser zu reiben, was der Oberfläche eine schwärzliche Farbe ertheilt, die gestattet daß man die Zeichnung, die man mit einer spitzen Stahlnadel darauf anbringt, besser unterscheiden kann. Dann arbeiten sie die Figuren mit Grabsticheln und Meißeln aus und füllen mittelst einer Punze und eines Hammers die Höhlungen mit kleinen Plättchen von Silber, die der Legirung fest anhängen. Man polirt darauf und färbt, wie es vorhin angegeben wurde. Die so angefertigten Gegenstände sind Vasen, Wasserkannen, Becher, Schalen, Teller etc. Gewöhnlich sind diese Artikel mit Silber, zuweilen auch mit Gold inkrustirt. Sie zeichnen ebenso durch die Schönheit ihrer Oberfläche, wie durch Trefflichkeit der Formen sich aus. (Polytechn. Centralblatt 1852, S. 1230.)

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