Titel: Bleichen der Schweineborsten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 6 (S. 314)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi04_6

Bleichen der Schweineborsten.

Nach Versuchen, die über diesen Gegenstand von Winkler und Fink angestellt, und deren Resultate in dem Monatsblatte des hessischen Gewerbevereins von 1847 mitgetheilt worden sind, wird die Operation des Bleichens der Borsten auf die Weise am sichersten und besten ausgeführt, daß die Borsten zuerst in einer Auflösung von Schmierseife in lauwarmem Wasser tüchtig gewaschen, dann in kaltem Wasser gut abgespült und hierauf zwei bis drei Tage in eine gesättigte wässerige Lösung von schwefliger Säure eingelegt werden. Nach Verlauf dieser Zeit werden sie aus der Säure herausgenommen und mit reinem Wasser tüchtig ausgewaschen und getrocknet. Die Borsten behalten nach dieser Operation ihre Elasticität, erhalten eine sehr schöne Weiße und einen eigenthümlichen Glanz. Die zu diesem Zweck erforderliche schweflige Säure läßt sich ohne bedeutende Kosten aus Kohle und Schwefelsäure in einem einfachen Apparat darstellen.

Die meisten gelben Borsten lassen sich auch dadurch bleichen, daß sie, stets angefeuchtet, unter Glas dem Einfluß des directen Sonnenlichts ausgesetzt werden. (Gelb gewordenes Elfenbein, sowie durch das Alter vergilbte Kupferstiche lassen sich auf dieselbe Weise, d. i. durch Sonnenlicht im feuchten Zustande, völlig bleichen.) Polnische und russische Borsten bleichen jedoch am Sonnenlichte nicht.

Fink gibt außerdem noch an, daß durch Befeuchtung der Borsten mit einer sehr verdünnten Schwefelsäure (= 1 : 30 bis 40 Wasser) und Aussetzen derselben an die Sonne selbst die schwärzesten Borsten gebleicht würden. Winkler fand durch mikroskopische Untersuchung, daß die durch diese Methode gebleichten Borsten sich in ihrer Substanz etwas verändert, angegriffen zeigten, daher er die Bleichung mittelst schwefliger Säure vorzieht. (Kunst- und Gewerbeblatt für Bayern, März 1852, S. 190.)

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