Titel: Conserviren des Holzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 11 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi05_11

Conserviren des Holzes.

Die Deutsche Allgem. Zeitung berichtet aus Jena vom 29. November: „In unserm physiologischen Institut ist gegenwärtig Professor Schleiden mit der Untersuchung einer Entdeckung des Prof. Apelt beschäftigt, welche für Eisenbahnbauten nicht minder als für Bauten aller Art von unschätzbarer Bedeutung ist. Prof. Apelt hat nämlich die Entdeckung gemacht, daß durch die Oppelsdorfer Schwefelkohle, wenn sich dieselbe in Vitriolkohle verwandelt hat und mit Holz in unmittelbare Berührung gebracht ist, bloß durch natürliche Kräfte eine allmählich fortschreitende Vererzung des Holzes bewirkt wird. Es löst sich, vermöge der Eigenschaft der Kohle als hygroskopische Substanz die Feuchtigkeit der Atmosphäre an sich zu ziehen, sowie durch den auffallenden Regen der in der Kohle enthaltene Vitriol auf, dringt langsam und allmählich ins Holz und imprägnirt dasselbe. Es wirkt daher die Nässe, die sonst dem Holze den meisten Schaden zufügt, hier gerade für die Erhaltung desselben. Bei dem durch diese Methode conservirten Holze lagert sich der Vitriol nicht wie bei dem künstlich imprägnirten Holze grünlich zwischen den Jahresringen ab, sondern die rothe Farbe des Holzes wie der Asche beweist, daß das lösliche Metallsalz zersetzt und das Eisenoxydul in Eisenoxyd verwandelt ist. Läßt man solches geröthete Holz tagelang im Wasser liegen, so bleibt das Wasser völlig farblos, zum Beweis, daß das Eisenoxyd nicht etwa nur mechanisch darin abgelagert, sondern chemisch mit dem Holze verbunden, d.h. daß das Holz im Zustande der Vererzung begriffen ist. Das auf diese Weise zubereitete Holz spaltet noch gut und rein, behält die Spannkraft |399| Nägel festzuhalten, bricht noch in Splitter und läßt sich biegen ohne zu zerbrechen. Dieser Erfolg der Methode ist aber schon durch die Erfahrung bewährt, und ich übersende Ihnen zur Probe ein Stück Kiefernholz, welches etwa dreißig Jahre abwechselnd in der Nässe, im Trockenen, in der Erde und an der Luft gelegen hat, und wie Sie sich selbst überzeugen werden noch alle Eigenschaften des frischen Holzes an sich trägt. Die Wichtigkeit dieser Entdeckung bedarf keines Beweises, wenn man nur den Umstand in Erwägung zieht, daß z.B. auf den sächsischen Staatseisenbahnen der tägliche Verlust, den die Fäulniß der Schwellen verursacht, auf 500 Thaler angeschlagen wird. Bei der durch Prof. Schleiden selbst angestellten mikroskopischen Untersuchung ist nicht die mindeste Veränderung des Holzes zu entdecken gewesen, wodurch feststeht, daß eine mechanische Ablagerung durch die Apelt'sche Methode nicht bewirkt wird.“

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