Titel: Mittel, um die Milchabsonderung bei Kühen und Stuten hervorzurufen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 15 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi05_15

Mittel, um die Milchabsonderung bei Kühen und Stuten hervorzurufen.

Bei Stuten und Kühen tritt oft ein krankhafter Zustand ein, in dessen Folge sie, nachdem sie geworfen, in ihren Eutern keine Milch haben. Es wird dieß verschiedenen Ursachen zugeschrieben, wie mangelhafter Nahrung, schweren Krankheiten vor der Geburt, angestrengter Arbeit, der Schwache und Reizbarkeit etc. der Mutter.

Man hat dagegen allerlei Mittel vorgeschlagen. Ein solches ist wiederholtes Einreiben der Eutern mit Weingeist, um in diese Theile, die zu deren Funktionen unentbehrlichen Stoffe zu ziehen. Trockne Reibungen längs der Brustadern, reichliche mehlige Nahrung und bei starken, vollsäftigen Individuen, eine Aderlaß unterstützen diese alkoholischen Einreibungen in ihrer Wirksamkeit. Wenn nach der Geburt die Milch nicht eingetreten ist, so muß man das Füllen oder Kalb möglichst oft an das Euter führen; das wiederholte Saugen derselben regt die Drüsen an und bringt endlich die Milch zum Vorschein. Diese Behandlung hat manchmal guten Erfolg, allein nicht immer.

Folgendes, von Hrn. Collin, einem sehr geschickten Oekonom zu Gallaix im Hennegau, angegebene Heilverfahren soll rascher und sicherer wirken. Man rührt in eine Karafine Meth, 4 Unzen Fenchelsamen kalt ein. In Ermangelung von Meth kann ebensogut lauwarme Milch genommen werden, und zwar auf 3 Unzen (6 Loth) Samen 1 Liter (2 Pfd.) Milch. Diese Flüssigkeit wird dem noch nüchternen Thiere gereicht. Sollte das Mittel auf das Erstemal noch nicht geholfen haben, so wird es nach 48 Stunden noch einmal gegeben.

Dieses Mittel scheint unfehlbar zu wirken, und wird in einigen Gegenden des Hennegaus längst angewandt. (Agriculteur-praticien, Mai 1852, S. 242.)

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