Titel: Wirkung des Salzes auf Verbesserung der Futterstoffe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 14 (S. 435–436)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi06_14
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Wirkung des Salzes auf Verbesserung der Futterstoffe.99)

Der berühmte Grogniez, den der Tod den tierärztlichen Wissenschaften zu früh geraubt hat, beschreibt die Wirkungen des Salzes auf Futterstoffe folgendermaßen:

1) Es nützt zur Verhütung der Währung und Erhitzung des auf große Schober gebanseten Heues, welches bei feuchter Witterung eingebracht wird (15 Pfund auf 40 Centner).

2) Diese Wirkung ist noch sicherer bei feuchtem Stroh, und wenn Futterstroh mit Salzwasser benetzt wird, so kann es in Bunden lange Zeit aufbewahrt werden; man kann es dann den Ochsen anstatt des Heues geben. (Praxis des Alterthums.)

4) Baumblätter, mit ein wenig Salz in Gruben gebracht, können lange vor der fauligen Gährung geschützt werden und bekommen gute Fütterungseigenschaften. Auf diese Weise conserviren die guten Landwirthe des Mont d'Orlyonnais ihr Weinlaub zum Ziegenfutter.

4) Futterstoffe von geringerer Qualität, z.B. Stroh, von Regen und Sonne ausgeblaßtes, zu spät geerntetes, holzig gewordenes Futter macht man durchs Einsalzen schmackhaft und leichter verdaulich (ein Pfund Salz in 5 bis 6 Kannen Wasser auf einen Centner schlechten Heues).

5) Wenn man das Siedefutter von Rüben, Turnips und Weißkraut salzt, so beseitigt man den beißenden Geschmack, welchen die Kuhmilch bei fortgesetzter Futterung desselben zu bekommen pflegt.

6) In Flandern streuet man Salz auf den neuen, noch feuchten Haber, welchen man den Pferden gibt, und dann ist er ihnen unschädlich. Man kann dasselbe Mittel auch bei neuem Heu anwenden, um dessen Nachtheile zu beseitigen, wenn man zuweilen solches füttern muß, welches seine Feuchtigkeit noch nicht ausgedunstet hat.

7) Wenn man staubiges, schlammiges, schimmeliges Futter nach vorhergegangenem Auswaschen und Dreschen mit Salzwasser besprengt, so verbessert man die schlechten Eigenschaften allerdings nicht vollständig, aber man vermindert sie, und dieß ist ein großer Nutzen, wenn ein totaler Mangel an besserem Futter vorhanden ist.

Mittelst des Salzes macht man Wasser trinkbar, welches ohne Salz zum Tränken des Viehes unbrauchbar seyn würde.

In landwirtschaftlicher Beziehung füge ich hinzu, daß der Dünger von Vieh, welches gesalzenes Futter bekommt, von vorzüglicher Güte ist, und daß Moose, Läusekräuter und andere schlechte Schmarotzergewächse durch Salzdüngung von den Wiesen vertrieben werden.

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Aus der neu erschienenen, empfehlenswerthen Schrift:

Ueber den vielseitigen Nutzen des Salzes in der Landwirthschaft. Ein guter Rath für Landwirthe, bei nassen Jahren ihr Vieh vor den nachtheiligen Folgen des durch Regen ausgewaschenen und verdorbenen Heues und Grummetfutters zu schützen. Nach der französischen Preisschrift des Dr. M. Desaive, deutsch bearbeitet von Wilhelm Protz. Nordhausen, Verlag von A. Büchting, 1852.

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