Titel: Ueber die Art der Wasseraufnahme der Drainröhren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1852, Band 126/Miszelle 4 (S. 431–432)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj126/mi126mi06_4

Ueber die Art der Wasseraufnahme der Drainröhren.98)

Nach einer Reihe von Versuchen, welche Hr. Dr. Krocker angestellt hat, unterliegt es keinem Zweifel mehr, daß die Röhren durch ihre Wandungen nur eine sehr kleine Menge Wasser aufzunehmen vermögen. Vier Röhren wurden vor dem Brennen auf der einen Seite durch Thon geschlossen; zwei bestanden aus gewöhnlicher Röhrenmasse und von diesen wurde die eine gewöhnlich, die zweite sehr scharf, die dritte schwach gebrannt; die vierte bestand aus Lehm, welcher mit Häcksel gemischt worden war; dieselbe wurde gewöhnlich gebrannt. Alle vier Röhren wurden, die geschlossene Seite nach unten, bis an den oberen Rand in Wasser getaucht und durch Beschwerungen 24 Stunden in dieser Lage erhalten. Nach dieser Zeit fanden sich

in der schwach und in der gewöhnlich gebrannten 4 bis 6 Loth Wasser,

in der aus Häckselthon gefertigten 3 bis 4 Loth Wasser,

in der scharf gebrannten 1 bis 2 Loth Wasser.

55 Ruthen oder 660 Stück Röhren der ersten Sorte würden also unter gleichen Verhältnissen 110 Pfd. = 1 2/3 Kubikfuß Wasser aufgenommen haben.

Nach directen Messungen gab aber ein Röhrenzug von 55 Ruthen Länge und 3 Fuß Tiefe im Monat Mai in 24 Stunden 60–80 Kubikfuß Wasser.

Demnach muß die Aufnahme des Wassers vorzüglich den Stoßfugen zugeschrieben werden.

Daß aber der undurchlassendste Boden durch das Drainiren so durchlassend wird, daß ein langer, starker Regen 48 Stunden nach seinem Falle den Boden schon wieder verlassen hat, erklärt sich nur durch die Betrachtung, daß der schwere Boden beim Austrocknen eine unendliche Verzweigung von Rissen bekommt; diese Riffe gehen von den Stoßfugen aus und leiten später das Regenwasser nach den |432| Stoßfugen. Es steht damit die Erfahrung, daß auf schwerem Boden die Drainage ihre volle Wirkung erst nach Verlauf eines trocknen Sommers zeige, im innigsten Zusammenhange, denn dieser muß zunächst das erste Austrocknen des Bodens und die Bildung der Trocknungsriffe veranlassen.

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Aus der Schrift: Sechs Gespräche über die Röhrendrainirung auf den Feldern und in der Ziegelei von Proskau. Mitgetheilt von Dr. phil. E. John, Versuchsdirigent und Lehrer der Landwirtschaft. Aufl. 2. Oppeln, 1851. In Commission bei Barth und Comp. in Breslau.

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