Titel: Barrat's elastische Substanz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127, Nr. LXXVII. (S. 360–361)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/ar127077

LXXVII. Elastische Substanz, von Hrn. Barrat in Paris.

Aus Armengaud's Génie industriel, Febr. 1852, S. 109.

Diese Substanz erhält man, wenn man eines der sogenannten trocknenden Oele in einem offenen Gefäß erhitzt. Man unterhält die Temperatur auf einem dem Siedepunkt nahen Grad, bis das Oel sich in eine Gallerte verwandelt. Die erforderliche Zeit ist verschieden, je nachdem das Oel mehr oder weniger trocknend ist und nach dessen Menge. Wenn die elastische Substanz auf dem Punkt ist sich zu bilden, bemerkt man, daß das Oel sich ziemlich verdickt hat, daß Flocken einer festen Substanz in demselben schwimmen und auf seiner Oberfläche sich ein gelblicher Schaum und große Blasen bilden, aus welchen in Zwischenräumen dicke Dämpfe entweichen; endlich verliert das Oel seinen flüssigen Zustand und verwandelt sich in eine Art Gallerte, welche die vom Entdecker Oel-Elasticum genannte Substanz53) bildet. Man nimmt dann das Gefäß vom Feuer und läßt es erkalten.

Um den Zeitpunkt gut treffen zu können, wo man die Operation unterbrechen muß, ist es zweckmäßig, die Masse von Zeit zu Zeit mit einem Spatel umzurühren, wenn die vorher angegebenen Erscheinungen eintreten.

Zu welchem industriellen Zweck man diese Substanz brauchen will, so muß man ihr zuerst eine geeignete Form geben und sie dann zur Versendung mit einer Hülle überziehen.

Die gewünschte Gestalt erhält man durch Zerschneiden dieser Substanz mittelst einer gut geölten Schere, oder indem man sie stark in Metallformen drückt, welche man vorher geölt hat; um sie aus letztern herauszunehmen, muß man dieselben vorher erwärmen, worauf man die Substanz mit einem Messer oder den eingeölten Fingern von der Form abzulösen sucht. Nachdem man der Substanz die verlangte Form gegeben hat, muß man sie einige Zeit der Luft aussetzen, wodurch sie an ihrer Oberfläche die Eigenschaft verliert an den Fingern hängen zu bleiben, und dann kann man sie viel leichter zur Versendung einhüllen.

Oben wurde bemerkt, daß alle trocknenden Oele die Eigenschaft besitzen, unter dem gemeinschaftlichen Einfluß der Wärme und des Sauerstoffs |361| der Luft eine elastische Substanz zu erzeugen. Der Erfinder hat sich seitdem überzeugt, daß alle fetten Substanzen im Allgemeinen diese Eigenschaft haben. So verwandeln sich alle vegetabilischen und animalischen Oele und Fettstoffe, die Butter, der Talg und das Wachs, allein oder gemengt angewandt, in einen elastischen festen Körper, wenn man sie in einem Abdampfgefäß der Einwirkung der Hitze und der atmosphärischen Luft aussetzt. Das Gefäß muß aber eine weite Oberfläche haben und die Schicht der fetten Substanz darf nur 2 bis 4 Zoll hoch seyn.

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Patentirt in Frankreich am 3. Januar 1848.

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