Titel: Ersatzmittel des Weinsteins beim Beizen und Färben der Wollenstoffe; von Hrn. Huilard.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 10 (S. 79–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi01_10
|80|

Ersatzmittel des Weinsteins beim Beizen und Färben der Wollenstoffe; von Hrn. Huilard.

Man läßt in 150 Pfd. Wasser 50 Pfd. Kochsalz zergehen, dann setzt man der Auflösung 10 Pfd. Salpetersäure zu. Diese Mischung ersetzt den Weinstein vollkommen in denjenigen Fällen, wo er ohne Zusatz von Alaun angewandt wird (wie z.B. für Schwarz). In den Fällen, wo man mit Weinstein und Alaun zu beizen pflegt, setzt man dieser Mischung in kleinen Portionen nach und nach 30 Pfd. schwefelsaure Thonerde zu.

Bei Anwendung dieses Mordant ist es nöthig, gewisse Vorsichtsmaßregeln zu beobachten, damit er sich nicht zersetzt oder einen Theil seiner Eigenschaften verliert.

Man muß nämlich das Bad für das erste zu färbende Stück mit Weinstein und Alaun ansetzen, oder zugleich mit dem neuen Mordant ein wenig Weinstein in das Färbebad werfen. Ebenso muß man für die Beizbäder oder das Ansieden verfahren, indem man jedesmal den Weinstein zuerst hineinwirft. – Man wendet von dem neuen Mordant dasselbe Gewicht an, wie sonst von Weinstein und Alaun.

Wenn man in Kästen färbt, welche mit Dampf erhitzt werden, fällt diese Vorsichtsmaßregel weg, weil man dabei das Sieden sogleich unterbrechen kann, während beim directen Heizen der Färbekessel durch das fortdauernde Sieden des Bades, worin sich keine Wolle mehr befindet, ein Theil des Mordant abgedampft wird, wenn man die Arbeit verläßt. (Description des brevets d'invention, 1844, t. II, p. 170.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: