Titel: Ueber die Reinigung der Kupferbleche durch das sogenannte Pickeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 4 (S. 77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi01_4

Ueber die Reinigung der Kupferbleche durch das sogenannte Pickeln.

Ein bei uns nicht hinreichend bekannter Proceß ist das auf den englischen Kupferwalzwerken angewandte Pickeln, wodurch die ausgewalzten Kupferbleche vom Glühspan gereinigt werden, und dadurch eine reine Kupferfarbe bekommen. Zu dem Ende werden die ausgewalzten Bleche in ein mit Urin gefülltes Bassin getaucht und gleich wieder auf kurze Zeit in nahe lothrechter Lage auf die Seite gestellt, damit die übrige Flüssigkeit zurücklaufen kann. Noch nicht ganz trocken, kommen die Bleche in einen mäßig geheizten Flammofen, wo ihnen schnell eine schwache Glühhitze ertheilt wird, mit der sie sofort in einen flachen, mit Wasser gefüllten Behälter geworfen werden. Beim Erkalten im Wasser schütten die Bleche den Glühspan rein ab, können daher gleich wieder herausgenommen und zum Trocknen bei Seite gelegt werden.

In der Regel werden die so gereinigten Bleche hiernach nur noch auf einer ebenen Eisenplatte als Unterlage mit flachen hölzernen Hämmern ausgeklopft, beschnitten, ausgewogen und dabei sortirt, worauf sie zur Verpackung bereit sind. In besonderen Fällen jedoch werden die gereinigten Bleche im kalten Zustande, ähnlich den Blechen für die Darstellung der Weißbleche, einzeln einmal zwischen Glanzwalzen durchgezogen.

Dieser einfache, nicht kostspielige Proceß, welcher seine Erklärung durch den Ammoniakgehalt des Urins findet, soll jedoch nicht bei allen Kupfersorten gleich gut vor sich gehen. So soll namentlich bei sonst reinem Kupfer das Abschütten des Glühspans nicht vollkommen seyn, wenn unter den verschmolzenen Erzen viel Malachit enthalten war. (Aus Tunner's Jahrbuch, durch Berg- und hüttenmän. Zeitung 1852, Nro. 32.)

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