Titel: Feuerfeste braune Bronzefarbe auf Kupfer und Messing; von Dienst in Wien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 5 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi01_5

Feuerfeste braune Bronzefarbe auf Kupfer und Messing; von Dienst in Wien.

Man nehme 1/8 Loth feinen krystallisirten Grünspan, ebensoviel feingestoßenen Salmiak, löse das Ganze in 5/6 Schoppen Regenwasser auf, lasse die Lösung bedeckt durch 3–4 Stunden ruhig stehen und gieße dann noch 1 1/2 Schoppen Wasser daran. Nun halte man das Kupfergefäß, welches rein seyn muß, über ein Kohlenfeuer, so daß es überall gleiche Hitze bekommt und gleichförmig anläuft. Jetzt bestreiche man das Kupfer mit jener Mischung, und trockne es behutsam wieder ab.

Bei verzinntem Kupfer darf jedoch das Zinn nicht fließend werden. Nach einer solchen fünf- bis sechsmaligen Behandlung erhält das Kupfer eine Messingfarbe, nach einer sechs- bis zehnmaligen ein schönes Gelb. Wenn nun das Kupfer vom Gelben in das Braune übergehen soll, so muß man es nicht mehr heiß bestreichen; will man es jedoch sehr hellbraun haben, so muß man dieses Verfahren zwanzig- auch fünfundzwanzigmal wiederholen. Ist die gewünschte Farbe erreicht, so legt man das Kupfer in reines Wasser, hütet sich aber, es gleich nach dem Herausnehmen zu putzen oder schnell abzutrocknen. Dieses muß behutsam geschehen; dann hält man das Kupfer über ein schwaches Kohlenfeuer, worauf die Bronzefarbe haltbar und feuerfest wird.

Um Messing mit einer feuerfesten braunen Bronzefarbe zu belegen, verfährt man auf folgende Art:

Man nehme 5/16 Loth feinen krystallisirten Grünspan, ebensoviel Salmiak, stoße das Ganze fein, gieße 5/6 Schoppen Regenwasser daran, lasse die Masse durch 2–3 Stunden stehen, und bestreiche dann das Messing 2–3 Minuten lang, worauf es grün wird. Nun setzt man der Lösung noch 1 1/4 Schoppen Regenwasser zu. Das |78| grüngewordene Metall wird über ein nicht zu starkes Kohlenfeuer gehalten, bis es mit der Kupferfarbe anläuft. Nun bestreicht man es wieder, läßt es abdunsten und trocknen. Ist es vier- bis fünfmal auf solche Art behandelt, so wird es olivenfarbig. Jetzt darf man die Hitze etwas verstärken, aber man muß genau Acht geben, daß das Metall nicht zu heiß wird. Ist das Metall neun- bis zehnmal auf solche Art behandelt, so wird es braun. Solange sich aber noch gräuliche Stellen sehen lassen, fahre man mit der erwähnten Behandlung fort, bei manchen Gefäßen zwanzig- bis fünfundzwanzigmal, bis es die gewünschte braune Farbe erhält. Ist das Metall aber stark, so lasse man die Masse mit heißgemachtem Regenwasser auflösen, und gleich damit bestreichen, so daß das Messing einen schönen dunkelgrünen Anlauf erhält; dann hält man das Metall über starkes Kohlenfeuer, worauf es nach zehn- bis zwölfmaliger Behandlung eine schöne braune Farbe erlangt. Dabei muß man aufmerksam seyn, daß das Metall eine gleiche Hitze erfährt. Zeigen sich aber Flecken, so müssen diese während der Arbeit abgebeizt und mit Ziegelmehl abgerieben werden. (Leuch's polytechn. Zeitung.)

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