Titel: Ueber die Aufbewahrung der zum Druck bestimmten gravirten Kupferplatten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 3 (S. 153)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi02_3

Ueber die Aufbewahrung der zum Druck bestimmten gravirten Kupferplatten.

Kupferplatten, welche man mit Potasche- oder Kalilauge bestreicht, laufen bekanntlich bald grün an, von sich bildendem Kupferoxydhydrat oder kohlensaurem Kupferoxyd. Dieß ist eine von Kupferdruckern sehr zu beachtende Thatsache. Der Grund, weßhalb die Kupferplatten so leicht stumpf werden, liegt mit in der Anwendung von Lauge, welcher sich die Kupferdrucker zum Reinigen der Kupferplatten bedienen. Bleibt unvorsichtiger Weise etwas auf der Platte, so reicht die Dauer einer einzigen Nacht hin den Stich auf der Platte zu verderben. Eben so nachtheilig wie Laugensalze, wirkt Oel auf das Kupfer. Wenn man Eisen durch Bestreichen mit Oel vor dem Rosten bewahren kann, so wird dagegen das Rosten des Kupfers dadurch befördert, und das sich bildende Kupferoxyd gibt mit dem Oel eine grüne Auflösung. Hierin liegt der Hauptgrund, daß Kupferplatten, die beim Abdrucken immerwährend mit frischer Oelfarbe in Berührung kommen, sich so schnell abnutzen und stumpfe Abdrücke geben, indeß Stahlplatten unendlich viele Abdrücke mit der ursprünglichen Schärfe liefern. Man muß daher Kupferplatten, die man nach dem Gebrauche aufbewahren will, sehr sorgfältig vom Oel durch Abwaschen mit Lauge reinigen, sie dann gut mit Wasser abspülen und endlich mit einer Auflösung von arabischem Gummi überziehen. (Polytechn. Notizblatt, 1853, Nr. 2.)

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