Titel: Verfahren um das Fluor zu entdecken, wenn es von einer großen Menge Kieselerde begleitet ist; von G. Wilson.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 6 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi02_6

Verfahren um das Fluor zu entdecken, wenn es von einer großen Menge Kieselerde begleitet ist; von G. Wilson.

Dieses Verfahren gründet sich auf die Erzeugung von Fluorsilicium, und die Leichtigkeit, womit sich dieser Körper in Berührung mit Wasser zersetzt. Man pulverisirt die zu analysirende Substanz und behandelt sie in einem gläsernen Gefäß mit einem Ueberschuß von Schwefelsäure. Wenn diese Substanz kohlensaure Salze oder Chloride enthält, wartet man bis das Aufbrausen aufhört, erhitzt dann und leitet das sich bildende kieselflußsaure Gas in ein Gesäß welches Wasser enthält. Die erhaltene Flüssigkeit enthält Kieselerde in gallertartigen Flocken; man übersättigt sie mit Ammoniak und dampft sie zur Trockne ab. Während des Abdampfens zersetzt sich das Fluorsilicium-Ammonium, indem es als Rückstand unauflösliche Kieselerde und Fluorammonium hinterläßt. Die Auflösung wird neuerdings zur Trockne abgedampft und mit Schwefelsäure in einem Platintiegel behandelt, welchen man mit einer Glasscheibe bedeckt, die mit Wachs überzogen und gravirt ist. Es entbindet sich Fluorwasserstoffsäure, welche das Glas angreift.

Nach diesem Verfahren kann man das Fluor auch in Substanzen entdecken, welche keine Kieselerde enthalten; man braucht in diesem Falle nur Kieselerde oder gepulvertes Glas zuzusetzen. – Mittelst dieser Methode hat Hr. Wilson das Fluor im Granit von Peterland und Aberdeen, sowie in der Asche von Gerstenstroh, Heu, Holzkohlen und Steinkohlen entdeckt. (Journal de Pharmacie, December 1852, S. 451.)

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