Titel: Ueber den Gehalt der amerikanischen Steinasche (ätzenden Potasche, rothen amerikanischen Potasche) an Aetzkali; von R. Brunnquell.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 3 (S. 235–236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi03_3

Ueber den Gehalt der amerikanischen Steinasche (ätzenden Potasche, rothen amerikanischen Potasche) an Aetzkali; von R. Brunnquell.

Ueber den Gehalt dieses wichtigen Handelsartikels an Aetzkali ist im Allgemeinen wenig Zuverlässiges bekannt. Knapp sagt in seiner chemischen Technologie nur, daß die Potasche zuweilen Aetzkali enthalte; ebenso gibt Schubarth bei der Zusammensetzung der rothen amerikanischen Asche nur 68,01 Proc. kohlensaures Kali an, und sagt ferner, daß die ätzende amerikanische Potasche 65 Proc. nach Descroizilles halte. Ich untersuchte zwei Sorten käuflicher amerikanischer Steinasche und fand darin:

einmal 40,425 Proc. kohlensaures Kali und
42,569 Proc. Kalihydrat,
das anderemal 37,5 Proc. kohlensaures Kali und
41,35 Proc. Kalihydrat.

Berechnet man das Aetzkali auf kohlensaures Kali, so erhält man in der ersten Sorte einen imaginären Gehalt von 92,8 Proc. kohlensaurem Kali; in der zweiten Sorte dagegen einen imaginären Gehalt von 86,67 Proc. kohlensaurem Kali.

Da es nun für fast alle praktischen Anwendungen gleich ist, in welcher von beiden Formen das Alkali vorhanden ist, so ist jedenfalls die amerikanische Steinasche um circa 1/4 besser als die russische Potasche, die im Mittel 65–70 Proc. enthält. Es geht aus der Menge des freien Alkali zugleich hervor, daß dieser Gehalt kein zufälliger ist, sondern daß die Potasche absichtlich unvollkommen ätzend gemacht wird. Der Grund hiervon ist auch leicht einzusehen. Es wird nämlich eine Potasche, die z.B. 70 Procent kohlensaures Kali enthält, sich bei den empirischen Proben, die sehr viele Consumenten noch immer allem anwenden, also gegen Geschmack, Gefühl u.s.w. bei weitem nicht so stark verhalten, wie eine andere, welche die äquivalente, aber durch Behandeln mit Kalk ätzend gemachte Menge Alkali enthält. Eine Potasche, die nur vielleicht 25 Proc. Aetzkali enthielte, würde schon |236| so scharf erscheinen, als eine andere mit einem Gehalt von 50 Proc. an kohlensaurem Kali.

Es ist dieß ein neuer Beweis, wie unzuverlässig die empirischen Proben sind, auf die der Praktiker oft ganz zu bauen pflegt, zugleich aber auch ein Wink, bei Anwendung der Prüfung nach Will und Fresenius vorsichtig zu seyn. (Polytechnisches Centralblatt, 1853, Lief. 2.)

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