Titel: Stifte zum Schreiben auf Glas (zur Bezeichnung der Gläser bei Analysen); von Demselben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 4 (S. 236)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi03_4

Stifte zum Schreiben auf Glas (zur Bezeichnung der Gläser bei Analysen); von Demselben.

Bei chemischen Analysen hat man zuweilen den Verdruß, namentlich wenn mehrere Proben einer und derselben Substanz oder verschiedener gleichartiger Substanzen zugleich in Angriff genommen wurden, eine Verwechslung zu begehen, so daß man z.B. bei mehreren gleichartigen Filtraten eines mit dem andern verwechselt und dann genöthigt ist, vielleicht die ganze Arbeit von Neuem zu beginnen. Man pflegt zwar die einzelnen Theile mit Zettelchen zu bezeichnen, diese gehen aber leicht verloren, und es ist jedenfalls am zweckmäßigsten, die Glasdeckelchen u.s.w. selbst zu bezeichnen. Ich fand hierzu nach verschiedenen Versuchen folgende Substanz als ganz geeignet: 4 Theile Wallrath (oder Stearin), 3 Th. Talg und 2 Th. Wachs werden in einem Schälchen geschmolzen, sodann 6 Theile Mennige und 1 Th. Potasche darunter gerührt, die Masse noch 1/2 Stunde erwärmt und darauf in Glasröhren von der Stärke eines Bleistiftes gegossen. Nach raschem Erkalten läßt sich die Masse in Röhrchen verschieben, mit einem Messer auf das feinste spitzen, und man hat so einen Stift, mit dem man auf trockenes und reines Glas sehr bequem schreiben kann, und der, beiläufig bemerkt, recht angenehm nach Ameisensäure riecht. Ist die Masse zu spröde, so nehme man etwas weniger, im Gegentheil etwas mehr Potasche. So werthlos die Sache an und für sich ist, so wird doch Jeder, der es einmal probirt hat, gewiß immer einen solchen Fettstift zur Hand haben. (A. a. O.)

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