Titel: Der Probehaspel für Seide von Hrn. Martin in Lyon.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 2 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi04_2

Der Probehaspel für Seide von Hrn. Martin in Lyon.

Der alte Probehaspel hat seine nicht unerheblichen Uebelstände. Es werden damit vier und mehr Fäden zu eben so vielen Probesträngchen zugleich abgehaspelt. Der nämliche Zähler dient für alle. Bricht nun einer der Fäden, so bemerkt man es entweder nicht sogleich, und wenn ja, so macht der Haspel leichtlich noch verschiedene Umdrehungen, bevor man anhält und anknüpfen kann. Dasselbe wiederholt sich öfter. Auf diese Weise wird der eine Faden kürzer, der andere länger. Wie sollen da die für jedes Strängchen erforderlichen 400 Umgänge genau herauskommen? Es kann nicht geläugnet werden, daß dergestalt mit dem bisherigen Instrumente bei der Titrirung der Seide manchmal bedeutende Unrichtigkeiten mit unterlaufen. Diesem Uebelstande wird abgeholfen durch den neuen Probehaspel des Hrn. Martin. Dieser Haspel ist so eingerichtet, daß jedes Strängchen für sich aufläuft und seinen besondern Zähler hat, sowie auch, daß das Aufwinden bei jedem Fadenbruche, sowie nach Vollendung der 400 Umgänge allsogleich stockt. Auf diese Weise wird das vorgeschriebene Längenmaaß des Fadens ungeschmälert erlangt. Es ist zu |316| erwarten, daß dieses System vermöge seiner unbestreitbaren Nützlichkeit sich Eingang verschaffen werde. Wer Lyon besuchen sollte, kann im Geschäfte seines Erfinders selbst diesen neuen Probehaspel besichtigen. Für London, Turin, Mailand sind schon mehrere seiner Art bestellt. (Schweizerische Handels- und Gewerbe-Zeitung, 1853, Nr. 6.)

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