Titel: Verfahrungsarten zur Darstellung von Molybdänsäure aus Gelbbleierz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 9 (S. 318)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi04_8

Verfahrungsarten zur Darstellung von Molybdänsäure aus Gelbbleierz.

Elbers Verfahren. – Man digerirt 1 Theil des feingepulverten Erzes mit 1 1/4 Th. englischer Schwefelsäure auf dem Sandbade, bis eine davon genommene Probe beim Uebergießen mit Wasser einen vollkommen weißen Rückstand läßt. Die blaue breiartige Masse wird mit viel Wasser verdünnt und durch Decantation ausgewaschen. Das filtrirte Waschwasser wird mit Salpetersäure versetzt, eingedampft bis Schwefelsäure abraucht und der weiße Niederschlag, der dabei entsteht, mit Wasser übergossen und ausgewaschen, zuletzt mit salpetersäurehaltigem Wasser. Dabei erhielt Elbers 17,4 Proc. Molybdänsäure. Wird das gelbliche Waschwasser für sich weiter eingedampft und eben so behandelt, so erhält man aus ihm noch 6,8 Proc. Säure und aus dem letzten Wasser noch 4,9 Proc. Die so erhaltene Molybdänsäure ist frei von Phosphorsäure und das Gelbbleierz ist durch Schwefelsäure vollkommen zersetzt.

Dieses wohlfeile Verfahren gibt eine größere Ausbeute als alle bisher vorgeschlagenen Methoden.

Mahla's Verfahren. – Um aus dem Gelbbleierz von Garnisch (bayerisches Hochland), welches 5 bis 7 Procent Molybdänsäure enthält, das Molybdän auf vortheilhafte Weise abzuscheiden, vermischte er das fein gepulverte Mineral mit seinem gleichen Gewicht Kienruß und glühte das Gemenge in einer weiten Glasröhre, die mit einer tubulirten Vorlage in Verbindung stand, unter Darüberleiten eines Stromes trocknen Chlorgases. Das Glühen darf erst beginnen, wenn alle Luft aus dem Apparat vertrieben ist, sonst bildet sich das weiße Sublimat von molybdänsaurem Dreifachchlormolybdän, welches die Ableitungsröhre leicht verstopft. In der Vorlage verdichten sich graubraune Flocken von Molybdänchlorid, welches in Alkohol gelöst wird, um es von einer geringen Menge Chlorblei zu befreien. Die alkoholische Lösung, zur Trockne abgedampft und mit Salpetersäure behandelt, liefert eine reine Molybdänsäure. Die Ausbeute ist sehr reich, indem der Rückstand vom Glühen nur noch Spuren von Molybdän zeigt. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. LXXXIII S. 215 und 320.)

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