Titel: Mittel zur Erkennung der Reinheit des Bittermandelöls; von Redwood.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 10 (S. 318–319)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi04_9
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Mittel zur Erkennung der Reinheit des Bittermandelöls; von Redwood.

Bekanntlich verfälscht man das Bittermandelöl häufig mit Alkohol, der, in einem gewissen Verhältniß zugesetzt, den Geruch des Oels nicht verändert. Man kann diese Verfälschung an der Veränderung der übrigen physikalischen Eigenschaften nicht mit Sicherheit erkennen; der Verfasser bemühte sich daher ein Mittel aufzufinden, das zur sicheren Nachweisung des Alkohols, also auch der Reinheit des Oels dienen könne. Nach den Versuchen des Verfassers ist hierzu concentrirte Salpetersäure das beste Mittel. Wird das Oel mit ungefähr dem Doppelten seines Volumens Salpetersäure von 1,42 specifischem Gewicht vermischt, so findet anfangs gar keine Reaction statt. Der größte Theil des Oels schwimmt auf der Säure, und ist es rein, so bemerkt man anfangs selbst keine Aenderung in der Farbe; nach drei oder vier Tagen jedoch bilden sich, durch Oxydation des Benzoylwasserstoffs, Krystalle von Benzoesäure, die sich bald so vermehren, daß das Ganze zu einer festen krystallisirten Masse erstarrt, die allmählich eine schön smaragdgrüne Färbung annimmt. Diese Reaction ist sehr charakteristisch. Enthält das Oel 8 bis 10 Procent Alkohol, so fängt die Salpetersäure schon nach wenigen Minuten an auf diesen zu reagiren, es erfolgt ein starkes Aufbrausen mit Entwickelung von salpetrig sauren Dämpfen. Bei Anwendung einer Säure von 1,5 specifischem Gewicht kann man eine sehr kleine Menge Alkohol erkennen. Reines Oel mit dieser Säure zu gleichem Volumen gemischt, gibt eine klare Flüssigkeit, aus der sich nichts abscheidet und die nur eine geringe Veränderung der Farbe erleidet; ein anderes Phänomen findet nicht statt. Die Anwesenheit von 2 bis 3 Procent Alkohol dagegen genügt, um salpetrigsaure Dämpfe zu geben. (Aus dem Journal de Pharmacie, durch Erdmann's Journ. für praktische Chemie Bd. LVII S. 190.)

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