Titel: Ueber die berauschende Eigenschaft der Lagerbiere.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 12 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi05_12

Ueber die berauschende Eigenschaft der Lagerbiere.

Aus den Untersuchungen, welche Dr. Heydloff mit Apotheker Biltz anstellte, ergibt sich nach dem mitgetheilten amtlichen Berichte, daß verschiedene Biersorten folgende Procentverhältnisse an Alkohol und Malzextract zeigen:

Alkohol. Malzextract.
Nürnberger 3,81 6,2
Erlanger 3,75 6,00
Bamberger 4,05 5,8
Erfurter (von Treitschke) 3,70 5,5
„ (von Schlegel) 4,11 6,5
„ (von John) 3,73 6,0
„ (von Büchner) 4,18 6,5
englischer Porter 5,10 9,2

Die Destillationsproducte der verschiedenen Biere hatten einen sehr verschiedenen Geruch; nur einige verriethen einen Geruch, wie ihn Hopfen von bester oder mittler Qualität gibt, während andere nach Ameisenspiritus rochen. Bekannt ist die Verfälschung des Hopfens durch Fichtensprossen, welche bei der Gährung Ameisensäure entwickeln. Diese würde allerdings hier, bei der Gährung nach Zersetzung des Alkohols, ameisensaure Aethyloxydverbindungen eingegangen haben. Schon daraus läßt sich vielleicht die Kopfschmerzen erregende Eigenschaft mancher dieser Biere erklären.

Endlich bemerken die Verf., daß nach ihren Versuchen die Kohle alle Bitterkeiten, die des Hopfens, Bitterklees, Wermuths, wie die des Strychnins aufhebt, mithin die Ansicht von Duflos, welcher von der Kohle behauptet, daß sie alle Bitterkeiten, außer der des Strychnins, wegnehme, und der die Kohle deßhalb als ein Erkennungsmittel für Verfälschung mit Strychnin (welche jedoch notorisch nicht vorkommt) empfohlen hat, falsch ist. (Schmidt's Jahrb. d. ges. Medicin, 1852, S. 305.)

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