Titel: Ueber das krystallisirte Zinnchlorid und ein lösliches basisches Zinnchlorid.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 13 (S. 465–466)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi06_13
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Ueber das krystallisirte Zinnchlorid und ein lösliches basisches Zinnchlorid.

Hr. Dr. W. Casselmann zu Wiesbaden hat bei seinen Versuchen über einige Verbindungen des Zinnchlorids folgende neue Beobachtungen über dieses Salz gemacht.

Krystallisirtes Zinnchlorid. – Wenn wasserfreies Zinnchlorid (Libav's rauchender Geist) in Wasser getropft wird, so erstarrt es bekanntlich vor seiner Auflösung zu einer weißen Krystallmasse, welche sich ebenfalls bildet, wenn das Zinnchlorid der feuchten Luft dargeboten wird, alsdann aber rasch durch Aufnahme von mehr Wasser zerfließt. Die Krystalle, welche dem klinorhombischen System angehören, enthalten auf 1 Atom Zinnchlorid 3 Atome Wasser, schmelzen bei 64° R., erstarren beim Erkalten wieder vollständig und entlassen bei stärkerem Erhitzen Wasser und Salzsäure.

Basisches Zinnchlorid. – Löst man Zinn in Königswasser auf, und verdampft zwischen 40–48° R. zur Trockne, so entwickelt sich Salzsäure, aber der Rückstand löst sich völlig wieder in Wasser auf und bis nach mehrmals wiederholtem Abdampfen erst ein Rückstand von Zinnoxyd bleibt. Es scheint demnach ein lösliches basisches Zinnchlorid zu bestehen.

Lösliches Zinnoxydhydrat. – Das Zinnchlorid wird durch eine große Menge Wasser zersetzt. Wenn man eine concentrirte Lösung desselben mit vielem Wasser zusammenbringt, so beginnt, selbst bei Gegenwart freier Säure, nach mehreren Stunden, wenn aber die Verdünnung nicht sehr bedeutend ist, erst am andern Tage, eine Trübung in der Flüssigkeit sich zu zeigen, und nach längerer Zeit setzt sich ein weißer, leicht auszuwaschender flockiger Niederschlag vollkommen klar ab. Derselbe ist chlorfreies, lösliches Zinnoxydhydrat; die darüber stehende Flüssigkeit enthält jedoch stets noch etwas Zinnoxyd aufgelöst und zwar desto mehr, je geringer die Verdünnung war. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Septbr. 1852, S. 272.)

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