Titel: Ueber die Benutzung des gebrannten Kalkes als Zuschlag beim Hohofenproceß.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 18 (S. 467)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi06_18

Ueber die Benutzung des gebrannten Kalkes als Zuschlag beim Hohofenproceß.

Auf einigen englischen Eisenhohöfen hat man in letzterer Zeit wieder angefangen den als Zuschlag bestimmten Kalkstein vorher zu brennen (man s. die Versuche von Levi und Schmidt über dieses Verfahren im polytechn. Journal Bd. CXIX. S. 353). Es hat sich dabei völlig außer Zweifel gestellt, daß im Hohofen das Brennen des roh aufgegichteten Kalksteins fast gänzlich erst in einer Temperatur erfolgt, in welcher die hierbei ausgetriebene Kohlensäure durch das umgebende Brennmaterial in Kohlenoxydgas umgewandelt wird. Das Brennen des Kalksteines im oberen Raume des Hohofenschachtes geschieht demnach mittelbar, doch nur auf Kosten des aufgegichteten Brennmaterials, welcher Antheil zu ersparen ist, wenn das Brennen mit einem unbenutzten Theile der Gichtgase oder auf andere zweckdienliche Weise geschieht. Bei einigen Hütten hat man durch das Aufgichten des Kalksteines im gebrannten Zustande zwar nichts gewonnen, bei jenen nämlich, die ohnedieß mit einem zu kleinen Aggregatzustande des Brennmaterials und der Erze zu kämpfen haben, bei denen durch Aufgabe des meist zu Mehl zerfallenen gebrannten Kalksteines dieses Uebel daher noch bedeutend vermehrt worden ist, woraus jedoch die Richtigkeit des oben angeführten Satzes nicht widerlegt erscheint.

Aus dem Spatheisensteine wird die Kohlensäure jedenfalls bei einer niedrigern Temperatur, als aus dem Kalksteine entwickelt; allein es ist doch sehr die Frage, ob bei ersterem nicht auch mindestens zum größten Theile die frei gewordene Kohlensäure sich auf Kosten des aufgegichteten Brennmaterials zu Kohlenoxyd desoxydirt. Der Gegenstand verdiente wohl eine nähere Untersuchung, da in demselben ein neuer Grund liegen kann, den Spatheisenstein nur geröstet zu verschmelzen, um so mehr als bei diesem ein Zerfallen in dem Maaße, wie beim Kalksteine, nicht zu besorgen steht. (Aus Tunner's Jahrbuch durch Berg- und hüttenm. Zeitung, 1852, Nr. 39.)

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