Titel: Pariser Stiefellack.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 127/Miszelle 19 (S. 467–468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj127/mi127mi06_19

Pariser Stiefellack.

In Frankreich wird für vieles Geld ein Stiefellack verkauft, womit man Stiefeln und Schuhe, nachdem sie jedoch schon mit gewöhnlicher guter Wichse Schwärze erhalten haben, überzieht. Da dieser Lack durch Nässe leidet, aber in trocknem Zustande vortrefflich |468| glänzt und nicht abfärbt, so mag er wohl für Manchen einigen Werth haben. Er wird, nach einer früheren Mittheilung von Dr. Winterfeld, erhalten, wenn man 2 Loth gröblich gestoßene Galläpfel und 1 Loth Campecheholz mit 3 Schoppen Wein eine halbe Stunde lang kocht, durchseiht, 1 Loth Eisenvitriol und 1 Quentchen Kupfervitriol zusetzt und über Nacht stehen läßt. Am andern Tag gießt man das Flüssige vom Bodensatz ab, löst unter Erwärmen 9 Loth gepulvertes arabisches Gummi darin auf, mischt 6 Loth Syrup und zuletzt noch 1 Schoppen Weingeist unter Umschütteln darunter. So ist der Lack zum Gebrauche fertig und wird in einer verschlossenen Flasche aufgehoben, damit er nicht eine Haut ansetze.

Beim Gebrauche gießt man etwas von dem Lack in eine flache Schale und trägt ihn, wäre auch der Stiefel noch etwas feucht, was nichts zu sagen hat, mittelst eines (1 bis 1 3/4 Zoll breiten) Lackirpinsels recht gleichmäßig auf. Der Lack ist so beschaffen, daß wenn er nicht allzu dünn und mit einigermaßen gewandter Hand aufgetragen wird, ein einziger Anstrich vollkommen hinreichend ist, eine glänzende Oberfläche zu schaffen, welche wenig einem im Ofen lackirten Leder an Glanz nachsteht. (Polytechn. Notizblatt, 1853, Nr. 2.)

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