Titel: Ferroux's Walzenpresse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129, Nr. XX. (S. 89–91)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/ar129020

XX. Verbesserte Walzenpresse zur Gewinnung des Saftes der Trauben, der Runkelrüben etc., von dem Maschinenbauer Ferroux zu Tournus im Depart. der Saone und Loire.

Aus Armengaud's Génie industriel, Mai 1853, S. 250.

Mit Abbildungen auf Tab. II.

Die Benutzung der Walzen mit glatter Oberfläche zum Auspressen hat das Nachtheilige, daß man unerachtet des starken Druckes, den sie ausüben, nie dahin gelangen kann, den in den auszudrückenden Substanzen enthaltenen Saft gänzlich zu gewinnen, so daß man, um diesen Zweck vollständig zu erreichen, die so ausgepreßten Substanzen noch dem Druck anderer Pressen unterwerfen muß.

Hr. Ferroux ist dahin gelangt die Walzenpressen so zu verbessern, daß sich dieselben wirklich mit Vortheil anwenden lassen. Er hat sich überzeugt, daß die Mangelhaftigkeit der bisherigen daher rühre, daß die Walzen glatt auf ihrer Oberfläche und massiv sind, daß der Saft sich daher nicht vollständig entwickeln und abfließen kann; er wendet deßwegen Walzen an, die im Innern hohl, mit einer Menge kleiner Löcher durchbohrt und mit einem Metallgewebe überzogen sind, welches mehrere Umgänge um die Walze macht, so daß es eine mehr oder weniger dicke Lage auf derselben bildet, die eine gewisse Elasticität hat.

Bei Anwendung mehrerer Reihen von Walzen, jede aus zwei über einander liegenden Walzen bestehend, wobei die Walzenpaare der zweiten und der dritten Reihe einander näher gestellt werden und die unteren Walzen die eben erwähnte Construction haben, während die oberen glatt und eben sind, wird ein immer stärkerer Druck auf die auszupressenden |90| Substanzen ausgeübt, und man kann daher fast allen in denselben enthaltenen Saft gewinnen.

Diese verbesserten Pressen können entweder auf einem Mauer- oder Zimmerwerk fest angebracht werden, oder auf einem mit vier Rädern versehenen Gestell, um den ganzen Apparat leicht fortschaffen zu können. Letztere Einrichtung gewährt den Vortheil, daß sie beim Weinkeltern an mehreren Stellen benutzt werden kann, da die Presse leichter zu transportiren ist als die zu kelternden Trauben.

Fig. 12 ist ein senkrechter Durchschnitt durch die Mitte einer transportablen Presse; Fig. 13 ist ihr Grundriß.

Man sieht, daß der Apparat, wie wir oben bemerkt haben, aus zwei, drei, vier oder einer noch größern Anzahl über einander liegender Walzenpaare besteht, die eine verschiedene Entfernung von einander haben. Die oberen Walzen A, A¹, A² sind massiv und ihre Oberfläche ist ganz eben, während die unteren Walzen B, B¹, B², hohl und mit einer Menge kleiner Löcher durchbohrt sind. Außerdem ist jede von diesen unteren Walzen mit Drahtgewebe überzogen, welches mehrere Lagen bildet, die eine gewisse Elasticität besitzen, und obgleich sie sehr enge Maschen haben, dennoch den ausgepreßten Saft durchgehen lassen.

Die Trauben, die zerriebenen Runkelrüben, oder jede andere Substanz, deren Saft man gewinnen will, werden in den Aufschütter D geworfen, welcher oben offen ist, und unten von zwei Walzen E, E¹ getragen wird, die sich in entgegengesetzter Richtung drehen und die auszupressenden Substanzen einem endlosen Tuch F zuführen. Dieses Zuführtuch, welches unmittelbar auf der Oberfläche der unteren Walzen B liegt, wird durch Leitwalzen G und mittelst der Spannrolle H, die unmittelbar unter den Speisewalzen E, E¹ angebracht ist, unter den Preßwalzen B hindurchgeführt.

Die auszudrückende Substanz gelangt zu vörderst zwischen das erste Walzenpaar A und B, wo sie einen ersten Druck erhält, der einen Theil des Saftes auspreßt, welcher durch das endlose Tuch, so wie durch die Maschen des Drahtgewebes das die untere Walze bedeckt, und endlich durch die kleinen Löcher dieser Walze geht. Die Substanz gelangt darauf zwischen das zweite Walzenpaar A¹, B¹, dessen Walzen näher an einander liegen, und dort erhält sie einen zweiten Druck, wodurch eine weitere Saftmenge ausgepreßt wird. Endlich gelangt die Substanz zwischen das dritte Walzenpaar A², B², dessen Walzen noch näher an einander liegen, und wo die Pressung vollendet wird. Der Saft fällt in eine Art Trog I, aus welchem er in geeignete Gefäße abgelassen werden kann, während die Preßrückstände bei X aus dem Apparat herausgeworfen werden.

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Die drehende Bewegung erhalten die Walzen mittelst einer Reihe von Zahnrädern, welche entweder mit den unteren oder mit den oberen Walzen verbunden sind. Man setzt den Apparat mittelst einer Kurbel J in Bewegung.

Der Druck der obern Walzen A, A¹, A² erfolgt nicht allein durch ihr eigenes Gewicht, sondern auch mittelst zweier starken schmiede- oder gußeisernen Hebel N, die ihren Stützpunkt auf den Säulen O haben, und deren andere Enden mit den mit Schraubengewinden versehenen Stangen P verbunden sind, welche unten durch starke Federn Q gehen, deren Spannung man nach Belieben regulirt.

Der ganze Apparat ruht auf einem Gerüst K, welches mit Ausnahme der Langbäume L aus Gußeisen besteht. An den Langbäumen sind Räder M angebracht, so daß die ganze Maschine wie ein Wagen fortgeschafft werden kann.

Fig. 14 ist der senkrechte Durchschnitt einer feststehenden Walzenpresse, welche auf einem Fundament von Mauerwerk oder Holz befestigt ist. Die Walzen haben dieselbe Einrichtung wie die vorher beschriebenen, jedoch mit dem Unterschied, daß ihr Durchmesser von dem ersten bis zum dritten Paar abnimmt und eben so ihre Entfernung von einander; die oberen Walzen sind überdieß hohl wie die unteren. Messer R sind an der Oberfläche der oberen Walzen angebracht und werden durch Hebel mit Gegengewichten gegen die Walzen gedrückt, um daran fest hängende Substanzen abzulösen. – Man kann den Druck der verschiedenen Walzenpaare entweder mittelst Gegengewichten oder starken Federn, wie im vorhergehenden Falle, oder mittelst Druckschrauben S bewerkstelligen, welche an dem gußeisernen Gerüst T angebracht, auf zwei starke parallele Stäbe U drücken, in denen die Zapfen der obern Walzen liegen. Auch kann man den Druck der letzten Walzen mittelst der Schrauben V reguliren. – Die Leitwalzen für das endlose Tuch sind weggelassen und dasselbe läuft über die untern Walzen; der Trog I fällt bei dieser Einrichtung der Maschinen als unnütz weg. Der Saft läuft längs der geneigten Ebene Y in einen Behälter, während die Preßrückstände auf einer andern geneigten Ebene Z hinabgehen.

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