Titel: Coupette, über die irische Linnenbleiche.
Autor: Coupette, G.
Fundstelle: 1853, Band 129, Nr. XXXI. (S. 121–138)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/ar129031

XXXI. Ueber die irische Linnenbleiche; von dem Techniker Hrn. G. Coupette.

(Schluß von S. 42 des vorhergehenden Heftes.)

Mit einer Abbildung auf Tab. II.

8) Das Chlorbad (Liquor).

Schließlich kommen wir zu dem viel verleumdeten und doch unentbehrlich gewordenen Agens, welches allerdings ein scharfes aber auch |122| zweischneidiges Schwert ist, welches in der Hand des Unkundigen äußerst gefährlich werden kann, so unschätzbar es in der richtigen Anwendung auch ist.

Berthollet constatirte zuerst die bleichende Eigenschaft des Chlors und führte dasselbe als Chlorwasser in die Linnen- und Baumwollenbleiche zuerst ein. Der Uebelstand der sich bildenden freien Salzsäure ließ jedoch bald das Chlorwasser mit den Chlorsalzen vertauschen. Diese Chlorpräparate, heutigen Tages mit der Benennung Bleichsalze bezeichnet und gewöhnlich als unterchlorigsaure Salze angesehen, beschränken sich, was ihre praktische Anwendung im Großen betrifft, auf zwei: dieß sind der uneigentlich so genannte Chlorkalk und das Chlornatron; Chlorkali wird sehr selten angewendet. Diese Verbindungen sind sehr wenig stabil, d.h. sie haben eine große Neigung sich zu zersetzen und stabilere Verbindungen einzugehen. Ein vollständiger Abschluß der atmosphärischen Luft verhindert jedoch die Zersetzung der Salze, selbst unter dem begünstigenden Einflusse von Licht und Wärme. Die Wirkung auf den Farbstoff der Pflanzenfaser ist eine auf der mächtigen Affinität des Chlors zu dem Wasserstoffe beruhende und durch dieselbe prädisponirte Oxydation, wodurch theilweise eine Zerstörung, d.h. eine wirkliche Verbrennung des Kohlenstoffes desselben vermittelst des in Freiheit gesetzten Sauerstoffs vor sich geht, theils eine den Farbstoff verharzende Oxydation, die ihn in den später angewandten Alkalien löslich macht. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß die Kohlensäure in der atmosphärischen Luft auf die Zersetzung des Chlorsalzes und Infreitheitsetzung des Sauerstoffes wirkt. Der Oxydationsproceß durch Vermittelung der Chlorpräparate ist so überaus energisch, daß nur die auf praktische Erfahrungen gestützte Vorsicht davon einen nützlichen Gebrauch machen kann. Der Grad der Energie desselben steht aber in directem Verhältnisse mit der Quantität des in Freiheit gesetzten Sauerstoffs und diese wiederum mit dem angewandten Chlorquantum. Es gilt also, dieses auf eine einfache, praktische und zuverlässige Weise zu bestimmen, d.h. die jedesmalige Stärke des Chlorbades zu finden, um mit Sicherheit arbeiten zu können.

Vor etwa vierzig Jahren führte Descroizilles eine Lösung von schwefelsaurem Indigo als chlorometrische Flüssigkeit ein, indem er annahm, daß die Menge des entfärbten Indigos der Menge des Chlors in der zu prüfenden Flüssigkeit proportional sey. Die Indigo-Probelösung wurde nachher auch von Gay-Lussac angenommen; aber bald fand man, daß diese einfache und praktische Prüfungsmethode nicht sehr zuverlässig sey. Erstens zerfetzt sich die verdünnte schwefelsaure Indigosolution |123| durch längeres Aufbewahren, dann aber fand Gay-Lussac auch, daß selbst mit frisch bereiteter Probeflüssigkeit das Resultat davon abhängt, ob man die Chlorflüssigkeit in die Indigo-, oder die Indigolösung in die Chlorflüssigkeit gießt. In ersterem Falle wird, wie ich auch selbst Gelegenheit hatte zu beobachten, viel mehr Indigo zerstört als im zweiten, wenn man mit gleichen Quantitäten operirt. Dann ist auch ein großer, der Genauigkeit hinderlich im Wege stehender Umstand die Schwierigkeit, genau den Uebergang aus der blauen in die braune Farbe zu bestimmen, wenn die Indigosolution vollständig entfärbt ist. Um diese Ungenauigkeit anschaulicher zu machen, will ich hier eine von mir zu dem Behufe gemachte Beobachtung einschalten: Ich nahm von der in Cotton-Mount gebrauchten Indigosolution, füllte davon in ein in 100 Theile getheiltes Probeglas (welches bis zum obersten 0-Striche 1/100 eines Gallons faßte; jede Abtheilung enthielt also 1/10000 eines Gallons) bis zum Striche 80, d.h. zwanzig Volumtheile, und füllte dann das Glas mit destillirtem Wasser bis zu 0; in ein anderes, in derselben Weise eingetheiltes Glas füllte ich bis zu 0 Chlornatronlösung, welche an dem später unten zu beschreibenden test blue 5 zeigte. Nun goß ich die Chlorflüssigkeit in die verdünnte schwefelsaure Indigosolution; gegen 7 1/2 Maaßeinheiten der erstem erzeugten, wie mir schien, die von Gay-Lussac angegebene grüne Färbung, nachdem aber schon mit 5 Maaßeinheiten ein Schillern ins Grüne bemerkbar wurde. Ich setzte nun mehr und mehr zu, und war nicht wenig erstaunt, bis zu 13 Einheiten gehen zu müssen, ehe die vollständige Entfärbung, d.h. die lichtbraune Färbung, welche man in der Bleichereien gewöhnlich als maaßgebend betrachtet, eintrat, nachdem die Probeflüssigkeit während des Nachfüllens durch alle Farbenüancen vom Grünen ins Braune durchging.

Gay-Lussac schlug daher auch im Jahre 1835 eine neue Methode19) vor, nach welcher eine der folgenden Substanzen beinahe mit derselben Sicherheit des Erfolges angewandt werden kann: Arsenige Säure, Kaliumeisencyanid, salpetersaures Quecksilberoxydul. Er gibt jedoch der arsenigen Säure den Vorzug, als dem die genauesten Resultate gebenden Reagens. Ich hatte auch früher nicht selten Gelegenheit, mich von der überraschenden Genauigkeit dieser Methode zu überzeugen. Aber alle diese Methoden sind leider nur von Werth fürs Laboratorium, nicht aber für den Bleicher; für ihn ist die Ausführung der Analyse viel zu umständlich.

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Graham 20) schlägt folgendes Verfahren vor, welches übrigens in der Analyse schon längst auf dem Continente bekannt war. Es gibt mit wenig Mühe genaue Resultate.

78 Gran trockner Krystalle von chemisch-reinem schwefelsaurem Eisenoxydul (entsprechend 10 Gran Chlor) werden in leicht mit Salzsäure angesäuertem Wasser aufgelöst. 50 Gran von dem Bleichpulver, dessen Chlorgehalt ermittelt werden soll, werden ebenfalls in Wasser gelöst, dann die Lösung in einen in 100 gleiche Theile getheilten graduirten Glascylinder gethan, und bis an den Nullpunkt mit Wasser aufgefüllt. Dann wird von dieser so bereiteten Chlorflüssigkeit so lange in die Eisenlösung gegossen, bis diese ganz gesättigt, d.h. überoxydirt ist, welcher Punkt durch rothes Blutlaugensalz erkannt wird; letzteres gibt nämlich mit den Salzen des Eisenoxyduls blaue Niederschläge, nicht aber mit denen des Oxyds. Man bedient sich eines weißen Porzellantellers, den man vorher mit Tropfen von in Wasser gelöstem rothem Blutlaugensalze bedeckt; sobald man nun mit einem Tropfen der Eisenlösung keinen blauen Niederschlag mehr erhält, ist alles Oxydul in Oxyd übergegangen. Hätten nun z.B. 72 Maaßeinheiten der Chlorflüssigkeit 78 Gran des schwefelsauren Eisenoxyduls oxydirt, dann müssen diese 72 Einheiten 10 Gran Chlor enthalten, was gleich ist 13,89 Gran in den 50 Gran des Chlorpräparates, oder 27,78 Gran Chlor in 100 Gran. Die Berechnung ist vereinfacht, wenn man gleich die Anzahl von Maaßeinheiten in 2000 dividirt, so hier: 2000/72 = 27,78. Sehr gut ist es, die Mischung der beiden Flüssigkeiten in einer Glasstasche mit Stöpsel zu machen, um bei der jedesmaligen Chlorentwickelung, welche stattfindet wenn die Flüssigkeiten in Berührung kommen, Verluste zu vermeiden. Aber auch dieses Verfahren ist weit entfernt populär zu werden, auch ist es noch viel zu umständlich, weßhalb man in beinahe allen irischen und schottischen Bleichereien immer wieder zu dem alten Verfahren mit der Indigosolution zurückgekommen und stehen geblieben ist, indem es, wenn es immer in derselben Weise ausgeführt wird, dem Bleicher wenigstens einen Anhaltpunkt, wenn auch leider, wie oben nachgewiesen, einen oft trügerischen gibt.

Zur Bestimmung des Chlorgehaltes und daher des commerciellen Werthes der Chlorpräparate möchte das Verfahren mit dem schwefelsauren Eisenoxydul vielleicht seine Anwendung finden, indem, wenn dieser einmal |125| bestimmt, der Bleicher nachher für die Bereitung der frischen Bäder nach Maßen und Gewichten operiren kann; aber die Hauptschwierigkeit ist, die durch eine oder mehrere Eintauchungen theilweise erschöpften Chlorbäder zur passenden Stärke wieder aufzuhöhen, ohne der Gefahr ausgesetzt zu seyn, durch ein zu starkes Bad den einzutauchenden Stoff zu zerstören oder wenigstens mehr als nöthig zu schwächen, oder aber durch ein zu schwaches Bad Zeit und Arbeit zu verlieren. Wie wenig zweckentsprechend hier das Aräometer, außer andern später entwickelten Nachtheilen ist, erhellt daraus, daß eine Chlorkalklösung, welche nahe das Maximum der ohne Gefahr zulässigen Stärke besitzt, ein spec. Gewicht von 1,006 zeigt, während eine sehr schwache Flüssigkeit, wie sie nur für sehr leichte Waare im letzten Bade angewendet wird, 1,002 wiegt; es besteht also nur eine Differenz von 0,004 oder etwa 1/2° Baumé zwischen dem Maximum und Minimum der Concentration.

Ein mir vor wenigen Tagen in einer englischen periodischen Zeitschrift zu Gesicht gekommenes Verfahren, welches mit dem besten Erfolge in mehreren englischen Bleichen eingeführt seyn soll, über dessen praktischen Werth ich mir jedoch kein specielles Urtheil erlauben will, scheint mir werth hier angeführt zu werden. Ich übersetze wörtlich. Der Erfinder,21) dessen Namen nicht genannt, sagt: Ich führte folgendes Verfahren vor einigen Jahren in unsern Etablissements ein, und es war seither immer im Gebrauche und gibt die Stärke des Chlorbades in einem Augenblicke durch Vergleichung. Es ist basirt auf die verschiedenen Nüancirungen der Farbe des essigsauren Eisenoxydes. Man macht eine Lösung von Eisenchlorür, indem man Eisenfeilspäne in Salzsäure von etwa der halben Stärke, wie sie gewöhnlich im Handel vorkommt, auflöst. Um einer vollständigen Sättigung gewiß zu seyn, läßt man einen großen Eisenüberschuß für einige Zeit bei der Siedehitze des Wassers mit der Lösung in Berührung. Eine Maaßeinheit dieser Lösung von 40° Twaddel (spec. Gewicht = 1,200) wird gemischt mit einem gleichen Maaß von Essigsäure, wie man sie bei Turnbull und Comp. in Glasgow für acht Shillinge den Gallon kauft. Das bildet die Probeflüssigkeit. Wenn sie mit 6 bis 8 Theilen Wasser verdünnt ist, ist sie ganz farblos; Chlorkalk verursacht aber, sobald er damit in Berührung gebracht wird, die Bildung von essigsaurem Eisenoxyd, welches eine eigenthümliche rothe Farbe hat.

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Ein Dutzend langer dünner Probefläschchen von genau demselben Durchmesser werden zu 1/9 ihres Inhalts mit der Probeflüssigkeit gefüllt und dann mit Bleichflüssigkeit von verschiedener Stärke aufgefüllt. Das erste Fläschchen mit solcher von 1/12° Tw., das zweite mit 2/12° das dritte mit 3/12° und so fort bis 12/12° oder einem ganzen Grad = 1,005 spec. Gewicht. Dann werden sie gut zugekorkt und neben einander in einem Gestelle aufgestellt, je 2 und 2 in Oeffnungen, welche zu dem Ende in die Holzplatte gebohrt worden (siehe Figur 15).

Um nun die Stärke einer unbekannten und theilweise erschöpften Bleichflüssigkeit zu finden, wird in eine den obigen Fläschchen ganz gleiche Flasche dasselbe Quantum Probeflüssigkeit, 1/9 des Inhaltes, gethan und mit der fraglichen Bleichflüssigkeit aufgefüllt, geschüttelt und dasjenige der Probegläschen auf dem Gestelle durch Danebenstellen ermittelt, welches ihm an Intensität der Farbe am nächsten steht. Die Nummer dieses Fläschchens ist seine Stärke in Zwölfteln eines Grades am Twaddel'schen Aräometer; sieht man dann in der unten gegebenen Tabelle nach, so findet man unmittelbar, wie viel von einer so eben in Vorrath angefertigten Flüssigkeit (in Wasser gelöster Chlorkalk oder Chlornatron), welche immer auf eine Stärke von 6° Tw. = 1,030 spec. Gewichtes gehalten wird, nöthig ist, um das Chlorbad auf die gewünschte Stärke zu bringen.

Die Fläschchen müssen natürlich ganz genau denselben Durchmesser haben; sie fassen 4 Loth und sind zwei und zwei so zusammengestellt, daß das Fläschchen mit der zu untersuchenden Chlorflüssigkeit neben jedes einzelne derselben zur Vergleichung gestellt werden kann. Zur bessern und leichtern Bestimmung des Farbetones wird hinter die Fläschchen ein Stück weißes Papier auf einem Brett ausgespannt.

Um den Gebrauch der Tabelle zu erläutern, ist es nöthig anzuführen, daß unsere Behälter für Chlorkalklösung, wenn sie zu der richtigen Höhe zur Aufnahme der Waare gefüllt sind, 1440 Gallons oder 288 Maaß von je 5 Gallons enthalten. 5 Gallons können mit leichter Mühe auf einmal getragen werden. In der beifolgenden Tabelle bezeichnet 0 Wasser und die Nummern 1, 2, 3 etc. die Stärke der Chlorflüssigkeit, welche sich schon in dem Behälter befindet, in Zwölfteln von Twaddel'schen Graden, wie sie durch den chlorometrischen Versuch gefunden worden. Wenn das Chlorbad nun angestellt werden soll, so findet man aus der ersten Tabelle, daß 32 Maaß der Chlorflüssigkeit, welche 6° Tw. stark ist, zu den 256 Maaß Wasser hinzugefügt werden müssen, um die 288 Maaß Chlorflüssigkeit auf 8/12 eines Grades Tw. zu bringen. Wenn aber die Flüssigkeit in dem Chlorbehälter schon eine Stärke zeigt, |127| welche der Nummer des zweiten Fläschchens entspricht, dann würden nur 24 Maaß zum Aufmachen bis zu derselben Stärke nöthig seyn.

Um 8/12° Twaddel
zu zeigen.
Um 6/12° Twaddel
zu zeigen.
Um 4/12° Twaddel
zu zeigen.
Um 3/12° Twaddel
zu zeigen.
0 erfordert 32 Maaß 0 erfordert 24 Maaß 0 erfordert 16 Maaß 0 erfordert 12 Maaß
1 „ 28 „ 1 „ 20 „ 1 „ 12 „ 1 „ 8 „
2 „ 24 „ 2 „ 16 „ 2 „ 8 „ 2 „ 4 „
3 „ 20 „ 3 „ 12 „ 3 „ 4 „
4 „ 16 „ 4 „
5 „ 12 „ 5 „ 4 „
6 „ 8 „
7 „ 4 „

Der Hergang bei diesem Zersetzungsprocesse ist folgender: ein Drittel des Eisens bildet ein charakteristisch rothbraun gefärbtes essigsaures Eisenoxyd, während die ganze Quantität dazu benutzt werden könnte, wenn man essigsaures Eisenoxydul statt Eisenchlorür anwendete. Das letztere ist jedoch vorzuziehen, weil das essigsaure Salz eine viel größere Affinität zu dem Sauerstoffe der atmosphärischen Luft hat und daher schwieriger aufzubewahren ist. Auch hinsichts des Chloreisens ist es rathsam, nur kleine Mengen auf einmal zu fertigen und sie in kleinen wohlverschlossenen Flaschen aufzubewahren, damit die Luft nicht hinzutrete.

So viel ich a priori urtheilen kann, erscheint mir dieses chlorometrische Verfahren allen andern mir bekannten an praktischer Anwendbarkeit überlegen zu seyn; über die Zuverlässigkeit muß jedoch die Erfahrung entscheiden. Folgendes möchte jedoch jedenfalls der Beachtung werth seyn: Die Bestimmung der Stärke der Chlorflüssigkeit für die Scala durch das Aräometer, d.h. durch das spec. Gew. scheint mir, außer den nothwendiger Weise damit verknüpften Schwierigkeiten, wenig zuverlässig, indem das spec. Gewicht einer Chlorflüssigkeit nicht immer in directem Verhältnisse mit dem Chlorgehalte derselben steht, und durch freien Kalk oder Natron sehr große Täuschungen entstehen möchten. Es würde daher zur Anfertigung dieser Vergleichungsscala wohl besser seyn, den Chlorgehalt einer concentrirten Chlorflüssigkeit durch schwefelsaures Eisenoxydul in Granen zu bestimmen und sich dann durch Verdünnung derselben die nöthigen Abstufungen in der Stärke der Chlorflüssigkeiten nach Belieben zu bereiten. Diese Arbeit würde nur sehr selten zu wiederholen seyn, da die Scala, |128| einmal gemacht und gegen den Zutritt der atmosphärischen Luft gut verwahrt, unendlich lange unverändert erhalten werden könnte.

In Cotton-Mount war ausschließlich schwefelsaurer Indigo im Gebrauche. Die Lösung wurde von der chemischen Fabrik, welche den Chlorkalk lieferte, unentgeldlich mitgeschickt. Man machte aber in den chemischen Fabriken ein solches Geheimniß aus der Bereitung und Zusammensetzung dieses einfachen Indigo-Präparates, daß ich mich genöthigt sah, durch Analyse die Bestimmung des Säure- und Indigogehaltes zu ermitteln. Die Resultate waren aber so verschieden als die Sendungen; sie richten sich nach den verschiedenen Sorten des Indigos, welcher zur Bereitung der Probeflüssigkeit angewendet wurde. Um daher meine mit Indigosolutionen gemachten Beobachtungen in eine allgemein verständliche Sprache zu übersetzen, machte ich, wie unten näher erläutert ist, eine Analyse der Chlorflüssigkeiten, nachdem ich vorher deren Wirkung auf die Indigolösung versucht hatte.

Die nach Cotton-Mount gesendete Indigosolution wurde mit dem doppelten Volum Wasser verdünnt und dann ein Glascylinder von etwa 3/4 Zoll innerem Durchmesser, dessen unterer Theil vom Boden bis zur 0-Marke fünfmal den Inhalt des Raumes zwischen 0 und 5 hatte, bis zu (1 mit dieser Probeflüssigkeit gefüllt, hierauf so viel Chlorflüssigkeit eingetröpfelt, bis die Farbe eben aus dem Blauen durch das Grünliche ins Braune spielte. Die Höhe, bis zu welcher dann die Flüssigkeit stand, gab die Bezeichnung für ihre Stärke ab; man sagte, das Chlorbad zeigt 1, 2, 3 etc. am Glase. Die beiden Extreme, welche ich zu beobachten Gelegenheit hatte, waren 1 und 5; das erstere das stärkste, das letztere das schwächste Bad in Anwendung. Ich habe 3 Proben, welche 1, 3 und 5 am Glase zeigten, analysirt. Die Bestimmung geschah vermittelst des schwefelsauren Eisenoxyduls. Die Chlorflüssigkeit, welche 1 am Glase zeigte, enthielt in 370 Granmaaßen (ein Granmaaß ist der Raum, welchen ein Gran chemisch reinen Wassers bei dem Maximum des spec. Gewichts unter gewöhnlichem Luftdruck einnimmt) 5,4 Gran dem Gewichte nach Chlor, d.h. in 1000 Volumeneinheiten 14,6 Gewichtseinheiten. Die Chlorflüssigkeit, welche 3 am Glase zeigte, hatte in 1120 Granmaaßen 1,8 Gran dem Gewichte nach Chlor, oder in 1000 Volumeneinheiten 1,60 Gewichtseinheiten. Die Chlorflüssigkeit endlich, welche 5 am Glase zeigte, besaß in 1900 Granmaaßen Flüssigkeit 1,05 Gew. Gran Chlor, oder in 1000 Volumeneinheiten 0,552 Gewichtseinheiten Chlor.

In Glenmore sah ich als Probeflüssigkeit die schwefelsaure Lösung des Farbstoffes aus dem Rothkohl in Anwendung, welches den Vortheil |129| eines leichtem Beobachtens des Entfärbungspunktes gewährt, indem dieser Farbstoff durch das Chlor vollständig zerstört wird und die Flüssigkeit farblos zurückbleibt. Die Chlorbäder für Linnen nahmen gewöhnlich an Stärke ab, so zwar, daß das erste das stärkste und das letzte das schwächste war. Im Sommer waren die Bäder um 1/2 bis 1 Nummer am Glase schwächer als im Winter, weil der Rasen in erster Jahreszeit das Fehlende in viel gefahrloserer Weise ersetzte. Für mittelschwere Linnen waren die gewöhnlichen Nummern im Sommer 4, 4 1/2 und 5 für die drei Chlorbäder, für schwerere Waare wohl auch 3 1/2, 4 und 4 1/2. Die Chlorflüssigkeit zeigte für das erste Bad der Garne, durch welches dieselben jedoch nur gewunden wurden, 1 1/2, ja manchmal 1 im Winter.

In den Bragg'schen Anstalten wurde zum Linnenbleichen unterchlorigsaures Natron angewendet, welches durch Fällen des Kalkes aus der Chlorkalklösung mittelst Sodalauge bereitet wurde. Nur die Leinengarne wurden mit Chlorkalk behandelt. Die Chlorkalksolution scheint eine energischere Wirkung zu haben als die Chlornatronsolution, d.h. der unterchlorigsaure Kalk scheint sich rascher zu zerfetzen als das unterchlorigsaure Natron. Für die Garne zieht man diese rasche, energische Wirkung für eine kürzere Dauer des Bades vor, indem es die Garne vor dem Wolligwerden bewahren soll, welches ein längeres Verweilen im Chlorbad zur Folge haben würde. Die Linnen waren durchschnittlich 8 Stunden im Chlorbade.

9) Allgemeine Bemerkungen.

Man sucht die steeps (Partien) so viel als möglich von Linnen derselben Qualität zusammenzusetzen und sich dadurch viele Arbeit im fortwährenden Sortiren zu ersparen. Als allgemeine überall durchgehende Erscheinung ist das Waschen nach jeder Operation anzusehen. Davon machte die Verfahrungsweise in Cotton-Mount eine nach meiner Ansicht sehr ungerechtfertigte Ausnahme, es fand ein zweimaliges Bäuchen nach dem Fermentiren statt, ohne daß dazwischen gewaschen wurde. Was man damit bezweckt, konnte mir Niemand sagen und ich nicht einsehen.

Nachdem die Linnen vom Grase in einem luftfeuchten (airdamp, bezeichnend für Irland) Zustande eingebracht, wurden sie nicht gewaschen, wenn sie nicht gerade durch ungünstiges Wetter besonders schmutzig geworden waren. Man liebte sehr diesen halbfeuchten Griff der Linnen, wenn sie zum Chlorbade oder auch zur Bäuche gebraucht wurden. In Glemmore bediente man sich eines Centrifugalapparates, ähnlich dem in |130| den Zuckersiedereien, um die nassen Linnen in diesen Zustand zu versehen, ehe sie ins Chlorbad kommen. Sie saugen dann die Flüssigkeiten, in die sie gebracht werden, gleichmäßig ein, was zur Verhütung von Flecken dient, welche, wenn die Waare sehr trocken eingebracht wird, manchmal entstehen.

Ueber die drei verschiedenen in Cotton-Mount und Hyde-Park gebräuchlichen Waschmethoden, je nach der Waare, habe ich oben schon gesprochen. Nachdem die Linnen weiß gebleicht waren, wurden sie, ehe sie zum Stärken gingen, immer zweimal, gewöhnlich in den Waschrädern, ausgewaschen.

Die Zeitdauer der verschiedenen Operationen wurde bis ins Unendliche variirt und war ganz und gar von den verschiedenen obwaltenden Umständen abhängig. Ich habe oben Durchschnittszahlen gegeben, sie sind das Thema, worüber die Variationen gemacht wurden. Die steeps wurden immer mehrere Male während des Gleichganges sortirt, die graueren Stücke erhielten je nach Umständen eine Bäuche, ein Chlor- und Säurebad mit scald mehr, und wurden dann wieder ihrer ursprünglichen steep-Nummer beigegeben.

Eine Sache, die mir von großer Wichtigkeit zu seyn schien, und der ich daher in der Hoffnung, zu conclusiven Resultaten zu gelangen, viel Aufmerksamkeit schenkte, war die Bestimmung der Gewichtsverluste, welche die Linnen durch das Bleichen erlitten, besonders da die hiesigen Linnenhändler stets klagen, daß ihre Waare im Bleichen zu sehr reducirt werde, d.h. zu viel an Gewicht verliere. Um einem solchen Uebelstande abzuhelfen, muß man erst den Grund und die Natur des Uebels kennen.

Ich habe oben beim Fermentiren schon einige Resultate von den durch diese Operation hervorgebrachten Gewichtsverlusten gegeben. Die Resultate beim Vollweißbleichen waren aber nicht der Art, daß sie mir erlaubten allgemeine Schlüsse zu ziehen, was ich übrigens nicht dem Mangel gewisser Gesetze zuschreiben will, sondern eher der Schwierigkeit, mit welcher ich in fremden Anstalten zu kämpfen hatte, indem ich durch das Wegnehmen und Trocknen auf der Trockenmaschine etc. immer störend auf den Bleichgang wirkte; dann aber war eine andere Schwierigkeit die, immer einen gleichen Grad von Trockniß zu erreichen, welcher zu richtigen Gewichtsbestimmungen nöthig ist. Ich glaube aber aussprechen zu können, daß die Verluste mit dem Voranschreiten der Weiße der Waare beinahe in einer geometrischen Progression abnehmen, so daß dieselben nach dem ersten Chlorbade fast verschwindend werden, verglichen mit denen, welche das Resultat der ersten Operationen sind. Eine methodische Regelmäßigkeit der Resultate ist natürlich ganz außer der Frage, indem das Material |131| der Gewebe einen unbegränzten Einfluß auf das Ergebniß hat, und es daher außer der Macht des Bleichers ist, gleichmäßige Erfolge zu haben. Nur massenhafte Versuche oder Operiren nach verschiedener Weise auf ganz dasselbe Material, können hier mit Gewißheit entscheidende Resultate über den Werth der Bleichmethoden geben. Ich will jedoch beispielshalber hier das Resultat von vier Stücken, welche ich sehr sorgfältig beobachtete, geben. Die Gewichte wurden immer genommen, wenn die Stücke so trocken waren, als die Trockenmaschine sie machen konnte. Später unten unter den Beispielen für Bleichgänge wird auch dasselbe steep 31, von welchem die vier Stücke einen Theil bildeten, einen Platz finden. Die Linnen waren unter der Rubrik heavy goods eingetragen. 10⁰⁰, 14⁰⁰, 17⁰⁰ und 20⁰⁰, d.h. 2000, 2800, 3400 und 4000 Fäden in der Kette auf Yard-Breite, zur Bezeichnung der Feinheit.

Verlust in Procenten.22)

Steep 31.

Textabbildung Bd. 129, S. 131
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Linnen oder Drelle, welche zum Färben vorbereitet werden, erhalten, wenn die Farbe, worin sie gefärbt werden sollen, eine dunkle ist, als grau oder schwarz, welches die gewöhnlichen sind, außer dem Fermentiren nur ein Rubben mit schwacher Lauge und nachher ein starkes Säurebad, etwa 3° Twaddel (= 1,015 spec. Gewicht), welches auf ungefähr 100 bis 120° F. erwärmt ist, in dem die Stücke 2 bis 3 Stunden lang verweilen. Dann werden sie gut ausgewaschen und sind fertig für die Farbe. Helle Farben erfordern eine sorgfältigere Vorbereitung, d.h. größere Weiße, und die Waare geht den gewöhnlichen Bleichgang bis nach dem ersten Chlorgang, d.h. Chlor- und Säurebad. – Alle Waare zum Färben wird von den Säuren fertig gewaschen, indem sie dann die Farbe besser annimmt. Dasselbe gilt für zum Druck vorzubereitende Linnen. Eine andere für diese beiden Arten von Waare gemeinschaftliche Vorsicht in deren Vorbereitung ist, daß man sie, so viel immer möglich, nicht mit Seife irgend einer Art in Berührung bringt, welche später beinahe immer Flecken verursacht, wenn die Farbe die Waare deckt.

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Die zum Bleichen als Vorbereitung zum Drucken gegebenen Linnen werden wie andere Linnen gebleicht, mit der Ausnahme, daß sie nach dem Fermentiren oft eine Kalkbäuche (56 Pfund gebrannten Kalk für 200 Stücke, 52 Yards lang) und immer ein Säurebad bekommen. Es soll dieß das Gewebe reinigen und trocken machen, zur bessern Aufnahme der Farbe beitragen. Mir scheint es eine schlechte Praxis zu seyn, es greift die Gewebe sehr an und bedeckt sie eventuell mit einer schwer löslichen Gypsschicht, welche die Faser später angewendeten Agentien schwer zugänglich macht.

Die gewöhnlichen glatten Linnen, Drelle, Schleiertücher und Battiste werden alle nach demselben Bleichgange gebleicht; die Schleiertücher (lawns) und Battiste (cambrics) werden nur mit einer geringern Zahl von Wiederholungen und schwächern Lösungen weiß gebleicht, als die beiden andern Gewebearten. Für die Drelle ist zu bemerken, daß sie vor dem Fermentiren auf einer bis zur Kirschrothglühhitze erwärmten, eisernen, halbcylindrischen Platte gesengt werden. Auffallender Weise bleichen sich Drelle leichter, als schwere glatte Linnen. Die Anzahl von Bäuchen vor dem ersten Säurebad hängt von dem Grade der Weiße der Waare ab und variirt gewöhnlich zwischen 5 und 7; dann folgen nach dem Bade und Rubben noch gewöhnlich 1, 2 oder 3 Bäuchen vor dem ersten Chlorbade. Drelle, Schleiertücher und Battiste werden nicht gerubbt, wie schon oben bemerkt, und von einem Säurebad, als letzter Operation, fertig gewaschen (lifted), während die glatten Linnen gewöhnlich von den rubbing boards fertig gewaschen werden. Ehe dieß geschieht, werden die boards immer mit verdünnter Lauge abgewaschen. Dieser methodische Gang, die weißesten Waaren immer zuerst auf die reine Maschine, oder in das frische Bad, oder in die frische Lauge zu bringen, ist durchgehend. Für eine erste Bäuche, erstes Säure- oder Chlorbad macht man die Flüssigkeiten wohl kaum frisch auf. Man füllt dazu die alten Bäder zu den nöthigen Stärken nach und spart die frischen reinen Bäder für weiter vorangeschrittene Waare.

Die Garne, deren Bleiche in Cotton-Mount übrigens noch in ihrer Kindheit war, wurden dort in folgender Weise behandelt: Sie kamen in Bündel nach der Bleiche, wurden entbündelt und in den Bäuchkessel strähnweise (ein hank = 3600 Yards lang) ringförmig in die siedend heiße, etwa 6° Tw. (1,03 spec. Gewicht) starke Lauge geworfen und gleichmäßig vertheilt. Dann wird der Dampf langsam angedreht und die Garne drei Stunden lang im offenen Kessel gekocht. Auf das verticale Rohr in der Mitte des Kessels wird ein regenschirmartiger Deckel |134| befestigt, um die Lauge gleichmäßig zu verbreiten. Anfänglich steigen die Garne, wenn übrigens die Operation gut geleitet ist, hoch auf und fallen nachher nach und nach wieder zusammen. Nach dem Kochen läßt man die Lauge abfließen und öffnet dann den Wasserhahn des Kessels. Das Wasser filtrirt von unten nach oben und fließt über den obern Kesselrand ab. Man läßt das Wasser so lange fließen, bis es rein und klar abläuft. Dann sperrt man das Wasser ab und läßt es durch den untern Entleerungshahn ablaufen. Die Garne werden dann noch einmal, Strähn für Strähn, in fließendem Wasser gewaschen, indem sie mehreremale hineingeworfen und darin hin und her gezogen werden. Zuletzt werden dieselben, in Cotton-Mount, in einer hydraulischen Presse gepreßt, oder in der letzten Zeit ausgewunden, indem das eine Ende des Strähnes in einen feststehenden Haken und das andere in einen um seine Achse drehbaren Haken gehangen, und dieser letztere bewegt wird. Bei weitem die beste Vorrichtung zu diesem Zwecke schien mir jedoch die unter andern auch in Newforge angewendete zu seyn, welche das Wasser auspreßte, indem die Garne zwischen zwei schweren hohlen gußeisernen Walzen, etwa 30 Zoll im Durchmesser, durchgingen. Nun kommen die kaum mehr als feuchten Garne ins Chlorbad. Durch dieses erste Chlorbad wurden dieselben jedoch bloß gewunden (reeled), indem sie auf vierkantige Holzstäbe von 4 Zoll Seite über dem Behälter aufgehangen wurden und nur 6 Zoll tief in die Flüssigkeit eintauchten. Die Holzstäbe wurden von einem Weiter von Zeit zu Zeit vermittelst einer Handhabe gedreht oder auch, wie in Hillden bei Hrn. Barbour, durch die Maschine bewegt. Das Chlorbad zeigte 1 bis 1 1/2 am Indigo-Chlorometer. Alle zwei Stunden wurden die Garne durch frische ersetzt. Aus dem Chlorbade wurden sie dann, ohne gewaschen zu werden, in eine etwa 2° Tw. starke Säure gebracht, 2 bis 3 Stunden gesäuert. Nach dem Ablassen der Säure wurde 3 bis 4mal frisches Wasser bis zum obern Rande des Säurebehälters zugelassen und abgelassen, sodann die Strähne in Wasser geschweift wie oben. Nun kamen sie in die scald, welche für etwa 25 Ctr. Garn aus 20 Gallons-Maaßen krystallisirter Soda und 20 Pfund brauner Stangenseife bereitet wurde. Sie wurden zwei Stunden im offenen Kessel gekocht, gewaschen, darauf sechs Tage aufs Gras ausgelegt. Je 2 und 2 hanks wurden zusammen in elliptischer Form ansgelegt und zweimal während der sechs Tage gedreht, so daß jeder Theil des Strähnes soviel als möglich gleichmäßig der Wirkung des Rasens und des Lichtes ausgesetzt wurde. Bei jedem Wechsel des Auslegens wurden die Strähne geschüttelt, oder besser gesagt geschlagen (shaken) indem der Arbeiter die Hände in den Strähn steckte und sie rasch und mit Kraft von einander |135| entfernte. Hierauf brachte man die Garne in einen gewöhnlichen Chlorbehälter. Die Bleichflüssigkeit zeigte 2 bis 2 1/2 am Indigo-Chlorometer; sie blieben 3 bis 4 Stunden in diesem Bade, wurden dann 3 bis 4mal mit frischem Wasser übergossen, mit der Hand gewaschen, dann 2 bis 3 Stunden lang in 2° Tw. starker Säure gesäuert. Manchmal, je nach der Beschaffenheit des Garnes, ließ man dann noch eine scald, Auslegen auf das Gras für 3 bis 4 Tage, ein Chlor- und Säurebad folgen. Gewöhnlich jedoch genügten obige Operationen, mit sehr sorgfältigem Waschen nach dem Säurebad, zu einer vollweißen (fullwhite) Bleiche. Für sogenannte creamcolour genügte eine Bäuche, Chlor- und Säurebad. Halbweiß (halfwhite) erforderte eine scald mehr.

Schließlich füge ich noch die Schemas einiger Bleichgänge an, niedergeschrieben in der Art, wie sie zur jedesmaligen genauen Orientirung in den Bragg'schen Anstalten geführt wurden. Die erste Art, in Buchform, war zur Erleichterung der Uebersicht und Beaufsichtigung für den Director der Bleiche, die zweite wurde im Comptoir nach den täglichen schriftlichen Berichten der einzelnen Werkführer angefertigt um dem dortigen Personale zu jeder Zeit Auskunft zu geben, wie weit eine Partie Linnen, im Falle der Nachfrage, vorangeschritten sey. Des Waschens ist in dieser Ausführung keine Erwähnung gethan, indem es sich, nach jeder Operation mit den oben angeführten Ausnahmen wiederholt.

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Erste Art.

Steepnummer 20.

Textabbildung Bd. 129, S. 136
|137|

Steepnummer 28.

Textabbildung Bd. 129, S. 137
|138|

Zweite Art.

Textabbildung Bd. 129, S. 138

Ich habe diese Methode, ohne Rasen zu bleichen, oben nicht näher ausgeführt, weil sie sich nicht bewährte, sondern die Linnen zu sehr angriff.

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Polytechn. Journal Bd. LX S. 128.

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Dieses von Dalton herrührende Verfahren wurde im polytechn. Journal Bd. LXXXV S. 292 mitgetheilt.

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Der Erfinder ist der als Chemiker und Fabrikant wohlbekannte Walter Crum; das Verfahren wurde in den Verhandlungen des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen, Jahrgang 1844, S. 245 mitgetheilt.

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Wir geben nachstehend eine ähnliche Tabelle, welche von dem verstorbenen Bleicher Illgner, ehemaligem Zögling des königl. Gewerbe-Instituts zu Berlin, herrührt; er stellte die Versuche während seines Aufenthalts in Belfast an. Sie ist in Schubarth's Handbuch der technischen Chemie IV. Ausg. Bd. III S. 240 enthalten.

Ueber den Gewichtsverlust der Leinwand durch die Chlorbleiche.

Nr.1vonHandgespinnstgewebt,hatte auf1/4'' engl.Kettenfäden24,Einschlagfäden21.
2Maschinengarn21,25.
33127.
4Kette u.Handges.Einschlag2423.
520,19.
622,24.
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Die Stücke wurden nach jeder Operation gehörig gewaschen, auf einer Cylindertrockenmaschine getrocknet und dann gewogen.

Textabbildung Bd. 129, S. 132

Die Aetznatronlauge von einem spec. Gewicht von 1,0025 bei 50° R. oder eine halbe Pinte enthält 5 engl. Grän Aetznatron. – 3 : 5 beim Chlorkalkbad heißt: 3 Raumtheile Chlorkalklösung entfärben 5 Raumtheile Indigoauflösung.

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