Titel: Müller, über Penot's Methode den Gehalt des Chlorkalks zu bestimmen.
Autor: Müller, L.
Fundstelle: 1853, Band 129, Nr. LXIII. (S. 286–288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/ar129063

LXIII. Zur Penot'schen Methode den Gehalt des Chlorkalks zu bestimmen; von Dr. L. Müller.

Das in diesem Journal Bd. CXXVII S. 134 beschriebene Verfahren des Dr. Penot den Gehalt des Chlorkalks zu bestimmen, ist, nachdem man sich einmal das dazu nöthige Probepapier und die Probeflüssigkeit dargestellt, das kürzeste und sicherste, welches wir bis jetzt besitzen. Indem es daher nicht unpassend erscheint nochmals auf dieses Verfahren aufmerksam zu machen, glaubt Verfasser dieses allen denen, die dasselbe anzuwenden gesonnen sind, einen Dienst zu erweisen, wenn er ihnen nachstehend eine Tabelle darbietet, mittelst welcher es in jedem Falle leicht ist, die Gay-Lussac'schen Grade in wirkliche Procente zu übersetzen. – Ist es nämlich den Fabrikanten an und für sich stets darum zu thun, durch die unternommenen Proben die wahre Zusammensetzung ihrer Materialien zu erfahren, so erscheint es beim Untersuchen des Chlorkalks um so wünschenswerther die Gay-Lussac'schen Grade aufzugeben, als diese von einem fingirten höchsten Chlorgehalt des Chlorkalks ausgehen, welchen weit zu überschreiten namentlich englischen Fabrikanten in neuester Zeit gelungen ist.58)

Das Verfahren von Penot, den Gehalt eines Chlorkalks zu bestimmen, gründet sich darauf, daß arsenige Säure in Gegenwart von Wasser durch Chlor zu Arseniksäure oxydirt wird. Der dabei stattfindende chemische Proceß läßt sich mithin durch folgendes Schema darstellen:

Textabbildung Bd. 129, S. 286

Es geht hieraus hervor, daß 1238,8 (= As O³ entschwundene Gewichtstheile arsenige Säure 886,56 (= 2 Cl) Gewichtstheile wirksames Chlor im Chlorkalk anzeigen. – Enthält nun die Probeflüssigkeit 4,44 Gramme arsenige Säure, so erfordern diese 3,177 Gramme Chlor, um |287| in Arseniksäure übergeführt zu werden, und sollen 10 Gr. Chlorkalk diese Chlormenge geben, so muß derselbe dem Gewichte nach 31,8 Proc. Chlor enthalten. Das ist der 100gradige Chlorkalk nach Gay-Lussac. Es werden nun nach der Proportion

100 : 31,8 = n : x
x = 0,318 . n

die Gay-Lussac'schen Grade in Gewichtsprocente verwandelt, indem man ihre Anzahl n mit 0,318 multiplicirt. Folgende Tabelle überhebt dieser Multiplication in jedem einzelnen Falle.

Tabelle zur Reduction der Gay-Lussac'schen Grade auf Gewichtsprocente a) wenn 10 Gramme, b) wenn 5 Gramme Chlorkalk zur Untersuchung angewendet worden.


Grade.
a)
Procente.
b)
Procente.

Grade
a)
Procente.
b)
Procente.
1 0,318 0,636 33 10,494 20,988
2 0,636 1,272 34 10,812 21,624
3 0,954 1,908 35 11,130 22,260
4 1,272 2,544 36 11,448 22,896
5 1,590 3,180 37 11,766 23,532
6 1,908 3,816 38 12,084 24,168
7 2,226 4,452 39 12,402 24,804
8 2,544 5,088 40 12,720 25,440
9 2,862 5,724 41 13,038 26,076
10 3,180 6,360 42 13,356 26,712
11 3,498 6,996 43 13,674 27,348
12 3,816 7,632 44 13,992 27,984
13 4,134 8,268 45 14,310 28,620
14 4,452 8,904 46 14,628 29,256
15 4,770 9,540 47 14,946 29,892
16 5,088 10,176 48 15,264 30,528
17 5,406 10,812 49 15,582 31,164
18 5,724 11,448 50 15,900 31,800
19 6,042 12,084 51 16,218 32,436
20 6,360 12,720 52 16,536 33,072
21 6,678 13,356 53 16,854 33,708
22 6,996 13,992 54 17,172 34,344
23 7,314 14,628 55 17,490 34,980
24 7,632 15,264 56 17,808 35,616
25 7,950 15,900 57 18,126 36,252
26 8,268 16,536 58 18,444 36,888
27 8,586 17,172 59 18,762 37,524
28 8,904 17,808 60 19,080 38,160
29 9,222 18,444 61 19,398 38,796
30 9,540 19,080 62 19,746 39,432
31 9,858 19,716 63 20,034 40,068
32 10,176 20,352 64 20,352 40,704
|288|

Grade.
a)
Procente.
b)
Procente.

Grade
a)
Procente.
b)
Procente.
65 20,670 41,340 83 26,394 52,788
66 20,988 41,976 84 26,712 53,424
67 21,306 42,612 85 27,030 54,060
68 21,624 43,248 86 27,348 54,686
69 21,942 43,884 87 27,666 55,332
70 22,260 44,520 88 27,984 55,968
71 22,578 45,156 89 28,302 56,604
72 22,896 45,792 90 28,620 57,220
73 23,214 46,428 91 28,938 57,876
74 23,532 47,064 92 29,256 58,512
75 23,850 47,700 93 29,574 59,148
76 24,168 48,336 94 29,892 59,784
77 24,486 48,972 95 30,210 60,420
78 24,804 49,608 96 30,528 61,056
79 25,122 50,244 97 30,846 61,692
80 25,440 50,880 98 31,164 62,328
81 25,758 51,516 99 31,482 62,964
82 26,076 52,152 100 31,800 63,600
|286|

Englischer Chlorkalk enthält oft bis 38 Proc. bleichendes Chlor.

|286|

Die hier zu Grunde gelegten Zahlen für die Mischungsgewichte sind die von Berzelius in der 5ten Auflage seines Lehrbuchs und von L. Müller in dessen „Lehrbuch der theoretischen Chemie“ benutzten.

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