Titel: Darstellung des Bläu-Papiers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 8 (S. 79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi01_8

Darstellung des Bläu-Papiers.

B. Harczyk ließ sich am 1 October 1852 für England ein Bläupapier patentiren, als Ersatzmittel der Bläukugeln, welche die Wäscherinnen gewöhnlich anwenden, um dem Wasser eine bläuliche Farbe zu ertheilen und dadurch den gelblichen Ton der Wäsche zu beseitigen.

Der Patentträger überzieht Papierbögen mit niedergeschlagenem Indigo (Indigocarmin); gibt man ein Stück von solchem Papier in Wasser, so färbt sich letzteres sogleich schön blau, ohne nach längerer Zeit einen Niederschlag abzusetzen.

Um den Indigocarmin darzustellen, bringt man 1 Pfd. feingepulverten Indigo in ein Steinzeuggefäß, setzt nach und nach 3 Pfd. starke Schwefelsäure zu und rührt die Masse gut um, damit sie nicht überkochen kann; nachdem sie zähe geworden ist, läßt man sie sechs bis zehn Stunden lang ruhig stehen; man bereitet nun eine 20° Baumé starke Auflösung von Potasche (kohlensaurem Kali) und setzt von derselben 11 1/2 Pfd. auf jedes Pfund angewandter Schwefelsäure der Masse in einem geräumigen Gefäß zu, rührt gut um, und läßt das Gemisch zehn bis vierzehn Stunden stehen; dann wird das Gefäß mit Wasser aufgefüllt und der Inhalt wieder gut umgerührt. Nachdem hierauf die Masse 24 bis 48 Stunden ruhig gestanden hat, gießt man die klare Flüssigkeit ab, und bringt den Rückstand in Filtrirsäcke, um ihn abtropfen zu lassen.

Wenn keine Flüssigkeit mehr abtropft, bringt man den Inhalt der Säcke in eine flache Schale und trägt ihn auf die Papierbögen mit einer weichen Bürste auf. Nachdem die Oberfläche des Papiers trocken ist, kann man eine zweite Schicht Indigocarmin auftragen, und wenn beide Seiten des Papiers trocken sind, preßt man es, damit es eben wird, worauf es verkäuflich ist. Der Indigcarmin kann selbst der feinsten Wäsche nicht den geringsten Nachtheil verursachen. (London Journal of arts, Jun. 1853, S. 434.)

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