Titel: Ein altes bewährtes Mittel zur Conservirung des Leders.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 10 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi02_10

Ein altes bewährtes Mittel zur Conservirung des Leders.

Dasselbe besteht darin, das Leder, und zwar namentlich Schuhe und Stiefel, mit gewöhnlichem Malerfirniß anzustreichen. So angestrichene Schuhe und Stiefel halten sich erfahrungsmäßig sehr lange und lassen keine Feuchtigkeit durch. Die Art der Ausführung ist folgende: die Stiefel und Schuhe, sowie anderes Leder, müssen nicht allein noch ganz neu und noch nicht im Gebrauche gewesen seyn, sondern die Schuhmacher und Sattler dürfen auch bei der Anfertigung durchaus keinen Thran oder anderes Fett anwenden. Den Firniß kann man sich selbst bereiten, aber auch für einen billigen Preis aus jeder Apotheke beziehen und es reicht zu einem Paar großen Stiefeln für 2 1/2 Sgr. Malerfirniß hin. Die Stiefel werden, sowie sie vom Schuhmacher kommen, vermittelst eines Pinsels, sowohl Sohlen als Oberleder, tüchtig mit dem Firniß eingepinselt, bis er schäumt, dann in der Sonne oder beim warmen Ofen getrocknet. Am folgenden Tage, wenn die Stiefel vollkommen wieder trocken sind, wird dieß Experiment, aber nur im geringeren Grade, wiederholt, und so etwa fünf- bis sechsmal damit fortgefahren. Nach Verlauf von 8 oder 14 Tagen kann man die Stiefel anziehen und zur Probe sich mit denselben etwa 1/2 Stunde ins Wasser stellen, und wenn das Abstreichen gehörig ausgeführt ist, werden die Füße trocken bleiben. Das Einschmieren solcher Stiefel mit Thran oder Fett ist späterhin gar nicht nöthig, und es ist besser sie mit Wasser zu reinigen und sie dann zu wichsen; sie werden freilich in der ersten Zeit nicht so blank wie andere Stiefel, doch nehmen sie später eben solchen Glanz an. (Praktisches Wochenblatt, 1853, Nr. 16.)

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