Titel: Verwendung der Fische zur Gewinnung von Ammoniaksalzen und Dünger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 11 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi02_11

Verwendung der Fische zur Gewinnung von Ammoniaksalzen und Dünger.

Edwin Pettitt ließ sich am 1. October 1852 hierzu folgendes Verfahren in England patentiren:

Schwefelsaures Ammoniak. – Man bringt 100 Pfd. der zu behandelnden Fische (z.B. Breitlinge oder Häringe) in eine bleierne Kufe und setzt beiläufig 5 Pfd. concentrirte Schwefelsäure zu. Diese Mischung wird stehen gelassen und zeitweise umgerührt, bis sie eine gleichartige teigige Consistenz annimmt (bei kalter Witterung kann man durch Erwärmen nachhelfen). Nachdem die saure Flüssigkeit (welche die angewandte Säure mit den aus dem Fisch ausgezogenen wässerigen Theilen bildet) lange genug mit der thierischen Substanz in Berührung war, zieht man sie ab, und preßt die zurückbleibende feste Substanz aus. Die gesammte saure Flüssigkeit wird nun beinahe bis zur Trockne abgedampft, um das schwefelsaure Ammoniak daraus in Krystallen zu erhalten, welche auf gewöhnliche Weise gereinigt werden können.

Dünger. – Man behandelt die Fische auf angegebene Weise mit Schwefelsäure, bis die teigige Consistenz eingetreten ist, und trocknet dann die Masse durch |160| künstliches Erwärmen aus, worauf sie den Dünger darstellt. Man kann die teigige Masse vor dem Austrocknen noch mit Torfkohle, saurem phosphorsaurem Kalk etc. vermengen.

Der Patentträger bemerkt, daß einige Fischarten durch die Einwirkung der Säure gänzlich aufgelöst werden, andere hingegen nur theilweise oder so weit, daß sich das Fleisch leicht von den Gräten trennt, welche abgesondert werden können. – Allen speckigen Fischen sollte man den Thran entziehen, so daß sie bei obiger Behandlung möglichst wenig mehr davon enthalten; zu diesem Zweck muß man den Fisch zuerst kochen oder dämpfen, die erhaltene Flüssigkeit abziehen, und dann die festen Theile, von den größeren Gräten befreit, auf angegebene Weise mit Schwefelsäure behandeln. – In Fäulniß übergegangene Fische lohnen die Verarbeitung nicht mehr. (London Journal of arts, Mai 1853, S. 352.)

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