Titel: Fabrication polirter Stahlrahmen im Kreise Solingen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 2 (S. 154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi02_2

Fabrication polirter Stahlrahmen im Kreise Solingen.

Eine fast beispiellose, ganz unerwartete Entwickelung und Ausdehnung hat die Fabrication von polirten Stahlrahmen gewonnen, die, erst seit einigen Jahren in Solingen begründet, jetzt bereits an 3000 Arbeiter beschäftigt und einen Geldumsatz von fast 1 Mill. Thaler repräsentirt. Bei der Ungeheuern Verbreitung, welche die Portemonnaies, Cigarrenetuis und ähnliche Artikel, bei denen die Stahlbügel zur Anwendung kommen, nicht allein in Deutschland oder Europa, sondern auch in andern Welttheilen, namentlich in Amerika, gefunden haben, läßt sich diesem Artikel für die nächste Zeit wenigstens ein sehr günstiges Prognosticon stellen und die großen Vortheile dieses Fabricationszweiges kommen nicht allein den damit beschäftigten hiesigen Arbeitern zu gute, sondern äußern auch ihre günstige Einwirkung auf andere damit verbundene Zweige, deren Fabrication nach und nach hier eingeführt, und theilweise durch die Benutzung und Verwerthung der kleineren Abfälle geboten wird.

Die Errichtung von Dampfmaschinen zum Betriebe der Schleifereien verdankt diesem Artikel wesentlich ihren Ursprung und die beständige Vermehrung dieser Galanterie-Stahlwaaren-Fabriken, deren wir nunmehr circa 25 im Oberkreise zählen, basirt vorzugsweise auf der begründeten Voraussetzung, daß die Herstellung der polirten Stahlrahmen, sowie überhaupt diejenige der Galanterie-Stahlwaaren, auch künftig genügende Beschäftigung geben werde.

Ebenso hat dieser neue Fabricationszweig den unverkennbaren Aufschwung der heimischen Gußstahl-Fabrication zur Folge gehabt. Die zu den Bügeln verwendeten Gußstahlplatten werden fast ausschließlich in dem Etablissement von Mayer und Kühne zu Bochum hergestellt, und haben auch diesem Werke einen kräftigen Impuls zu größerer Ausdehnung gegeben. (Handelsarchiv, 1853, S. 72.)

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