Titel: Ueber den Gewichtsverlust des Kaffees durch das Rösten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 8 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi02_8

Ueber den Gewichtsverlust des Kaffees durch das Rösten.

Hr. L. J. Lebreton hat wegen des in Frankreich sich verbreitenden Verkaufs des Kaffees in geröstetem Zustande, durch genaue Versuche den Gewichtsverlust desselben bestimmt, wobei sich ergab, daß durch das Rösten bis zur kastanienbraunen Farbe:

1) der Porto-, Rio-, Martinique-Kaffee und alle grünen Kaffeesorten 18 bis 20 Procent an Gewicht verlieren;

2) hingegen der Malabar-, Bourbon-, Ceylan-, Guadeloupe-Kaffee und alle gelblichen, blaßen oder weißen Kaffeesorten, 16 bis 18 Procent;

3) endlich der Moka-Kaffee und die analogen Sorten 14 bis 16 Procent.

Ein neuerlich wieder mit 5 Kilogr. Moka angestellter Versuch bestätigte diese Angaben; nach dem Brennen und vollständigen Erkalten, wogen dieselben nur noch 4 Kilogr. und 300 Gramme; der Abgang betrug also 700 Gramme oder 14 Procent.

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Uebrigens ist der Gewichtsverlust des Kaffees beim Rösten verschieden, je nach der Zeit welche man ihn über dem Feuer läßt; denn während manche Personen den Kaffee aus der Trommel nehmen, sobald er eine sehr helle kastanienbraune Farbe erreicht, rösten ihn dagegen andere so lange bis er eine schwarze Farbe angenommen hat.

Auch verliert feuchter und beschädigter Kaffee mehr an Gewicht, als trockener und nicht beschädigter.

Wenn der Kaffee nicht verkohlt, sondern mit Sorgfalt so lange geröstet worden ist, bis alle Körner eine gleichförmige kastanienbraune Farbe angenommen haben, so reichen zehn Gramme von solchem fein gemahlenen Kaffee für eine halbe (kleine) Tasse hin, welche 12 Centiliter oder 120 Gramme Flüssigkeit enthält. Man kann folglich 100 halbe (französische) Tassen mit 1 Kilogr. dieses Pulvers erhalten, welches das Product von 1 Kilogr. und 176 Grammen rohen Kaffees ist, der im Brenner 15 Procent verloren hat.

Es kommen auch Kaffeesorten vor, deren Geruch und Geschmack sehr unangenehm ist; solche sind der Padang- und der Rio-Kaffee, welche daher Detaillisten, die sich ihre Kundschaft zu erhalten wünschen, nicht kaufen. (Agriculteur-praticien, Juli 1853, S. 304.)

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