Titel: Außerordentlich großes Zahnrad.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 1 (S. 311–312)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi04_1

Außerordentlich großes Zahnrad.

Das größte Zahnrad, welches wohl je erbaut wurde, lieferte kürzlich die Maschinenfabrik von Randolph, Elder und Co. in Glasgow. Das Rad ist zum Treiben der Schraube eines großen Dampfschiffes bestimmt und mißt über 13 1/2 Fuß im Durchmesser und über 5 2/3 Fuß in der Breite, das Gewicht beträgt circa 600 |312| Centner. Nur in den wenigeren Fällen wirken die Dampfmaschinen direct auf die Schraubenwelle, sondern meistens wird, wie im vorliegenden, die Bewegung vervielfacht auf die Schraubenwelle übertragen, um der Schraube eine größere Geschwindigkeit zu ertheilen. Im vorliegenden Falle ist das Rad ungefähr dreimal größer als das Getriebe, und mit hölzernen Zähnen versehen, während das Getriebe, wie es häufig geschieht, ganz aus Eisen gefertigt ist, um durch den Angriff des Eisens auf Holz einen sanfteren Gang der Maschinerie zu erzielen und das knarrende Geräusch möglichst zu vermeiden. Der Umkreis des Rades ist mit vier Reihen Zähnen besetzt; jede Reihe enthält 110 derselben von Buchenholz. Die Holzzähne wiegen allein über 6300 Pfund. Der ganze eiserne Kranz dieses Rades, welcher zur Aufnahme und Befestigung der Holzzähne nicht weniger als 880 Durchbrechungen enthält, ist aus einem einzigen Stücke gegossen. Das Getriebe enthält ebenfalls vier Reihen Zähne, in jeder Reihe 37 Stück. Zwei Reihen von Armen verbinden den Kranz mit der Welle. Das Gewicht der ganzen Schiffsmaschine von 800 Pferdekraft sammt den Kesseln ist auf 600 Tonnen (209 Hamburger Commerzlast) zu schätzen. Das ist allein eine Ladung für ein mittelgroßes Schiff, und der angeführte Fall liefert einen neuen Beweis, welch riesenhaften Aufschwung die Schraubendampfschifffahrt in England gewonnen hat. – Nicht zu übersehen sind die Schwierigkeiten, die ein richtiger Eingriff der vier Zahnreihen des Rades in die vier Reihen des Getriebes hat, und es wurden daher eigenthümliche Werkzeugmaschinen angewandt, um diesen zu erzielen, denn es würde sonst die gegenseitige Reibung der vielen Zähne eine ungeheure gewesen seyn. (Civil Engineer and Architects-Journal, Juli 1853, S. 245).

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