Titel: Reinigungsmittel für Glas; von Dr. E. Erlenmeyer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 10 (S. 319–320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi04_10

Reinigungsmittel für Glas; von Dr. E. Erlenmeyer.

In den Wasserflaschen und Trinkgläsern setzt sich nach Mehrmaligem Gebrauch sowohl aus gewöhnlichem Trinkwasser als auch noch mehr aus Mineralwasser ein weißer, gelber bis brauner, das Glas trübender Niederschlag fest an die Wände an, der sich nicht durch Reiben, aber durch ein chemisches Lösungsmittel entfernen läßt. Essig thut schon gute Dienste, aber rascher wirkt die Salzsäure, welche mit ihrem gleichen Gewicht Wasser verdünnt und für alle Fälle anwendbar ist. Für eine große Flasche reichen 40 bis 50 Tropfen oder nur wenig mehr hin, wenn man darauf achtet, daß die Flüssigkeit die Wände überall bespült, wo sich der Niederschlag abgesetzt |320| hat. Oefteres Nachspülen mit Wasser ist nöthig, um den gebildeten salzsauren Kalk und das salzsaure Eisenoxyd wegzuführen. Gläser, worin Milch gewesen ist, reinigen sich leicht mit etwas Asche und Wasser, indem das Kali der Asche mit dem Fett eine Seife bildet. Wenn sich in Weinflaschen oder anderen Gefäßen Schmutz angesetzt hat, dessen Natur man nicht kennt, und welcher sich durch Schütteln mit Wasser unter Hülfe einer Bürste nicht wegbringen läßt, so pflegt man öfters Schrot anzuwenden. Schrot ist aber seiner glatten runden Form wegen schon sehr ungeeignet zum Loskratzen und überdieß enthalten die Schrotkörner in ihrer Zusammensetzung Arsenik. Da dieselben häufig nicht alle wieder aus den Gefäßen herausgeschüttet werden, so kann leicht, besonders wenn Wein oder andere Säure haltige Flüssigkeiten damit in Berührung kommen, Nachtheil für die Gesundheit entstehen. Man bedient sich in solchen Fällen weit besser gröblicher Steinkohlenasche oder am allerbesten zerdrückter Eierschalen, welche wegen ihrer scharfen Kanten, wenn man sie mit wenig Wasser in der Flasche schüttelt, den Schmutz sehr leicht abkratzen. Für Oelflaschen läßt sich eine Sodalösung oder Aschenlauge mit etwas gebranntem Kalk als vorzüglich empfehlen, dasselbe gilt für Lampencylinder, wobei vor allen Dingen das Reiben mit Sand zu vermeiden ist.

Spiegel, Bilder- und Fensterglas, wie auch Luxusgegenstände von Glas, die in Zimmern aufgestellt sind, werden besonders von Fliegen stark beschmutzt, deßhalb ist hier der verdünnte Salmiakgeist als vorzügliches Putzmittel zu empfehlen. Fenster werden gewöhnlich mit bloßem Wasser gereinigt, was auch in den meisten Fällen ausreicht, es soll jedoch nie so angewendet werden, daß man die Fenster aushebt und mit großen Quantitäten von Wasser überschüttet, weil dann immer das Wasser in die Kittfuge einsickert und eine rasche Zerstörung des Rahmens bewirkt. (Mittheil. des nassauischen Gewerbevereins, 1853, S. 32.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: