Titel: Ueber die in der Kanonengießerei zu Lüttich seit 1840 ausgeführten Arbeiten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 3 (S. 312–313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi04_3
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Ueber die in der Kanonengießerei zu Lüttich seit 1840 ausgeführten Arbeiten.

Die Bedeutung und Ausdehnung der Werkstätten der Kanonengießerei zu Lüttich erhellt schon daraus, daß eine Bestellung von 100 Kanonen des schwersten Kalibers, von 20,000 Vollkugeln und 300,000 Stück Kartätschkugeln in dem kurzen Zeitraum von fünf Monaten während des Jahres 1850 ausgeführt worden ist. Außer dieser Bestellung für Brasilien sind in demselben Jahre noch nachstehende Geschütze gefertigt worden: 20 Kanonen von verschiedenem Kaliber für die Niederlande, 1 Kanone für Spanien, 6 32pfündige Kanonen für England, 11 Kanonen für die Bundesfestung Rastatt, 2 Kanonen für die Argentinische Republik, 15 Kanonen für die belgische Artillerie, 12 Kanonen für Versuche mit Eisensorten; 3895 Geschosse und viele Eisenarbeiten für die belgische Artillerie.

An neuen Vorrichtungen sind aufzuführen:

1) Ein kleiner Cupolofen, um kleine Stücke zu gießen, was bei dem großen Cupolofen mehr Brennmaterial erfordert.

2) Eine Maschine zur Anfertigung von Kugeln aus Schmiedeisen.

3) Die Mühle zum Mahlen von Sand, Kohks und gebrauchten feuerfesten Steinen, welche von einer neuen Hochdruck-Dampfmaschine bewegt wird, ebenso wie die Schleifsteine für die Werkzeuge und die Schleifsteine um die rohe Schmiedarbeit aus dem Groben zu poliren.

4) Eine Drehvorrichtung, um die Kanonen mit Rücksicht auf vorspringende Theile zu drehen, was eine große Ersparniß an Zeit und Arbeitslohn gewährt.

5) Eine Vorrichtung, wodurch verhindert wird, daß die Bohrmeißel sich erhitzen und die Härte verlieren, wodurch ein Arbeiter erspart wird.

6) Eine hydraulische Presse, um die Kanonen mit Wasser zu probiren.

7) Ein Apparat bei den Dampfkesseln, um das Ueberführen von Wasser zu verhindern.

Die Kanonengießerei hat in dem Zeitraum von 1831 bis 1850, im Ganzen 1736 gußeiserne Geschütze für das Ausland, darunter 388 für Bayern, 597 für den deutschen Bund, 42 für Preußen und über 300 Stück für die belgische Artillerie und Marine geliefert. (Annales des Travaux publics de Belgique T. X.)

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