Titel: Große Wasserhaltungs-Dampfmaschine auf der Kupfergrube Alferd and Sons zu Camborne in Cornwall.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 1 (S. 393)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi05_1

Große Wasserhaltungs-Dampfmaschine auf der Kupfergrube Alferd and Sons zu Camborne in Cornwall.

Diese Maschine arbeitet mit 300 Pferdekräften und mit 40 bis 50 Pfd. Dampfpressung; der Dampfcylinder hat 90 Zoll Durchmesser; der Balancier hat auf der Kraft- oder Cylinderseite eine Länge von 18 Fuß, auf der Last- oder Schachtseite 16'4'' und wiegt im Ganzen etwa 600 Ctr., die Hubhöhe beträgt 11 resp. 10 Fuß. Die Tiefe des Schachtes ist 1020 Fuß. Wie bei allen Maschinen in Cornwall, wird das Wasser durch das Uebergewicht des mit Gegen-Balancier versehenen Dampfpumpen-Gestänges in die Höhe gedrückt, während die Dampfkraft zum Heben des Gestänges benutzt wird. Die Flamme wird bei den Kesseln von dem Mittelrohr aus, erst nach unten und dann zu beiden Seiten, nach der Esse hingeführt. Die Esse ist 75 Fuß hoch, aus Porphyrgestein ausgeführt. Bei der Vorzüglichkeit der Kohlen, welche auch bei schwachem Luftzug vollkommen verbrennen, findet man in Cornwall selten höhere Essen. Die Kosten dieser Dampfmaschine mit Einschluß der Kessel sollen sich auf 4000 Pfd. Sterl. belaufen. Hr. Groose, der Erbauer dieser Maschine, rechnet auf eine Leistung von mindestens 100 Millionen Fußpfund Wasser mit 1 Bushel Kohlen – eine Leistung, welche bei den in den letzten 10–15 Jahren erbauten Cornwalliser-Dampfmaschinen ganz gewöhnlich ist.

Es liegt dieß, außer der guten Construction der Cornwalliser Maschinen selbst, hauptsächlich:

1) in der Anwendung einer sehr starken Expansion bei hohem Hube, und daher in der vollkommenen Benutzung der Dampfkraft;

2) in der sehr guten Umhüllung der Dampfleitungsröhren, sowie des Dampfcylinders;

3) in der Größe und Kraft der Maschinen, im Vergleich mit dem Effect, den sie zu leisten haben, welches zur Folge hat, daß sie nur eine sehr geringe Anzahl von Hüben in der Minute zu machen brauchen, wodurch eine vollkommenere Condensation hergestellt wird, und wodurch sich, als zweite Folge, eine sehr große Feuerberührungsfläche bei den Dampfkesseln herausstellt;

4) in der ausgezeichneten Güte der Kohlen, welche bei dem weiten Transport von Süd-Wales nur in der besten Qualität bezogen werden, und darin, daß diese Kohlen zu ihrer vollständigen Verbrennung keines starken Luftzuges bedürfen, und die Flamme daher mehr Hitze an die Kesselwände absetzt. Dazu kommt noch, daß die Maschinenwärter für jede Kohlenersparniß belohnt werden, was eine sehr gute Bewartung der Maschine zur Folge hat. (Aus den Reisebemerkungen der HHrn. Eck und Chuchul durch England und Schottland, in Karstens Archiv Bd. XXV, S. 547.)

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