Titel: Scheidung des Nickels vom Kobalt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 10 (S. 399–400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi05_10

Scheidung des Nickels vom Kobalt.

Wenn man das Gemenge der beiden Oxyde in Blausäure und Kali löst, die Lösung im Wasserbade in einer offenen Porzellanschale eine halbe Stunde lang erhitzt, oder noch besser in einem Kolben diese Zeit hindurch im Sieden erhält, so geht das Kobalt in Kobaltidcyankalium, das Nickel in Nickelcyanürkalium über, welchem letztern durch Quecksilberoxyd alles Cyan entzogen und in Folge davon das Nickel als Nickeloxyd gefällt wird, während die Kobaltverbindung durch Quecksilberoxyd |400| keine Veränderung erleidet. Man erreicht denselben Zweck, wenn man zu dem Zeitpunkte, wo man das geschlämmte Quecksilberoxyd eintragen würde, statt dessen die erkaltete Lösung der beiden gemengten Cyanverbindungen mit Chlor übersättigt und den sich bildenden Niederschlag von Nickelcyanür durch Zusatz von Aetznatron oder Kali stets wieder in Auflösung bringt. Das Chlor hat auf die Kobaltidcyanverbindung keine Wirkung, während die Nickelverbindung zersetzt und alles Nickel zuletzt als schwarzes Hyperoxyd gefällt wird.

Eine Lösung von Kobaltoxyd in Cyankalium bleibt mit Alkali versetzt und mit Chlor übersättigt klar; der kleinste Nickelgehalt macht eine tintenschwarze Flüssigkeit entstehen.

Diese Operation darf nicht in der Wärme vorgenommen werden, indem sonst Kobaltoxyd (Co₂ O₃) mit dem Nickel gefällt wird, und es muß darauf gesehen werden, daß beim Einleiten des Chlors zuletzt die Flüssigkeit stark alkalisch ist. Das gefällte Nickelhyperoxyd ist ganz frei von Kobalt. J. Liebig. (Annalen der Chemie und Pharmacie, Juli 1853, S. 128.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: