Titel: Verfahren zum Umpflanzen älterer Bäume.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 12 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi05_12

Verfahren zum Umpflanzen älterer Bäume.

Ein erfahrener Baumzüchter versetzt mit Glück ältere Bäume auf folgende Weise: Ein Jahr vor der Verpflanzung wird der zu versetzende Baum auf 2 Fuß Entfernung so weit ringsum aufgehauen, daß mittelst einer Säge die stärksten Wurzeln abgesägt werden können. Das Absägen geschieht, damit die Natur während des Sommers junge Saugwurzeln erzeugen und der Baum beim Versetzen leichter herausgenommen werden kann. Das Setzloch erhält dann wenigstens 4 Fuß im Quadrat und wird 12 bis 15 Zoll tiefer gemacht, als der Baum in der Erde zu stehen hat. Dasselbe wird nun ganz mit Wasser gefüllt; dann wird schaufelweise so lange lockere Erde hineingeworfen und mit einer Stange umgerührt, bis das Loch sich mit Erde zu der Höhe vollfüllt, auf welche der Baum gesetzt werden soll. Ist der Baum an seinem Platze, so fährt man mit Wassereingießen, Erde-Zuwerfen und Umrühren fort, bis das Pflanzloch vollkommen vollgefüllt ist. Durch dieses Verfahren werden die feinsten Erdtheilchen, welche vom Wasser schwebend erhalten wurden, während die gröbern sich zu Boden senkten, den Wurzeln und Fasern, an denen sie sich freiwillig ablagern, zugeführt, und das Begießen, durch welches die Wurzeln gewaschen und von den feinen zum Anwachsen und zur Vermittelung der ersten Nahrung nöthigsten Erdtheilchen entblößt werden, wird überflüssig. – Auf diese Weise können selbst grünende Bäume mit Erfolg versetzt werden. Geschieht die Versetzung der Bäume kurz vor dem Winter, so ist eine Bedeckung der feuchten Erde mit Mist sehr anzurathen. (Gumprecht's neue landwirthschaftl. Zeitung, 1853, S. 158.)

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