Titel: Ueber die scheinbare Flüchtigkeit der Phosphorsäure beim Verdampfen in saurer Lösung; von R. Fresenius.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 129/Miszelle 7 (S. 398–399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj129/mi129mi05_7

Ueber die scheinbare Flüchtigkeit der Phosphorsäure beim Verdampfen in saurer Lösung; von R. Fresenius.

In Silliman's Journal, Maiheft 1851 (polytechn. Journal Bd. CXXII S. 434), hat J. B. Bunce Versuche mitgetheilt, welche beweisen sollen, daß sich Phosphorsäure verflüchtigt, wenn man ein phosphorsaures Salz, z.B. gewöhnliches phosphorsaures Natron, mit Salzsäure oder Salpetersäure verdampft. Die Versuche gaben das befremdende Resultat, daß diese scheinbare Verflüchtigung der Phosphorsäure höchst bedeutend ist. Bunce zog aus denselben den Schluß, daß bei allen Analysen, bei denen Phosphorsäure und Kieselsäure in saurer Lösung sich befinden, eine beträchtliche Verflüchtigung der Phosphorsäure stattfinden müsse, wenn man die Flüssigkeit zur Abscheidung der Kieselsäure nach üblicher Art zur Trockne verdampft, und daß in Folge dessen wohl ein großer Theil der früher ausgeführten Aschenanalysen als werthlos zu betrachten sey.

Diese Folgerungen veranlaßten Hrn. Professor R. Fresenius eine gründliche Prüfung der Thatsachen vorzunehmen, auf welche sich jene stützen. Er hat die Versuche, welche er zur Entscheidung der Frage anstellte, in den Annalen der Chemie und Pharmacie von Liebig, Wöhler und Kopp, Maiheft 1853, S. 216–222 veröffentlicht; sie beweisen, daß der Verlust, welchen Hr. Bunce hatte, keineswegs |399| in einer Verflüchtigung der Phosphorsäure begründet ist; man kann sich denselben nur so erklären, daß die von Bunce angewendeten Mittel, das pyrophosphorsaure Salz in dreibasisches zu verwandeln, ihren Zweck nicht erreichten.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: