Titel: Gaillard's Apparat zum Bereiten gashaltiger Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130, Nr. LXII. (S. 254–256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/ar130062

LXII. Apparat zum Bereiten gashaltiger Wasser, von Gaillard und Dubois zu Paris.

Aus dem Practical Mechanics' Journal, Juli 1853, S. 87.

Mit Abbildungen auf Tab. IV.

Der Hauptcharakter dieses Apparats besteht in der Anwendung dreier verschiedenen Räume, von denen der eine das Wasser enthält, welches mit Gasen geschwängert werden soll, der zweite das Brausepulver und der dritte etwas reines Wasser, welches man, nachdem der Apparat verschlossen ist, auf das Pulver fallen läßt, um die Entwickelung des kohlensauren Gases zu veranlassen.

Fig. 23 zeigt eine Constructionsweise dieses sinnreichen Apparates. Das Wasser, oder irgend eine andere Flüssigkeit, z.B. Wein, welche mit dem Gase geschwängert werden soll, ist in einer länglich runden Glasflasche A enthalten; dieselbe hat einen weiten cylindrischen Hals, an dem ein metallenes Halsstück B festgekittet ist. letzteres nimmt das lange cylindrische Glasgefäß C auf, welches die Form eines gewöhnlichen Probeglases hat und von einem metallenen Halse getragen wird, der auf das obere offene Ende gekittet ist und in eine Vertiefung in dem Halse B paßt. Ueber dieser ist der Hals B conisch ausgebohrt, um einen conischen Deckel D aufzunehmen, der seinerseits mittelst der Kapsel E festgeschraubt wird; der Verschluß wird durch Einführung eines Ringes von Leder oder Kautschuk zwischen den conischen Flächen hermetisch hergestellt. Der Deckel D hat in der Mitte eine Oeffnung, und in diese ist ein kleines Glasgefäß F eingekittet, welches in Form und Stellung einem hohlen Stöpsel gleicht. Es ist mit einem conischen Stöpsel versehen, der an der Stange G befestigt ist, die oben durch eine kleine Stopfbüchse geht, außerhalb aber in einen Knopf ausläuft. Als Stopfung wird eine Scheibe von Leder oder |255| Kautschuk angewendet, welche von der Schraubenkapsel H festgehalten wird. An einer Seite des Halses B ist eine Art Heberhahn I angebracht, der mit einem conischen Stöpsel versehen ist, welchen man durch den Druck des Fingers auf den äußeren Knopf J öffnet, und der durch die Wirkung einer Springfeder verschlossen wird. Dieses Ventil steht mit einer Röhre K von sehr geringer Weite in Verbindung, welche fast bis auf den Boden des Gefäßes A reicht. An der entgegengesetzten Seite befindet sich eine andere ähnliche Röhre L, welche bis zu derselben Tiefe niedergeht, und oben in eine kleine, mit feinen Löchern versehene Kugel ausläuft, die mit dem Gefäß C in Verbindung steht, worin sich das Gas entwickelt.

Bei dem Gebrauch des Apparats verfährt man auf folgende Weise. Die Kapsel E wird abgeschraubt und die drei Gefäße werden auseinandergenommen, worauf man das größte, A, fast zu 7/8 seines Raumes mit der Flüssigkeit anfüllt, welche mit dem Gase geschwängert werden soll. Das Gemenge von zweifach-kohlensaurem Natron und Weinsteinsäure (Brausepulver) wird nun in das röhrenförmige Gefäß C gethan, und dieses an seinen Platz in dem Gefäß A gebracht. Darauf wird das Gefäß G mit reinem Wasser gefüllt, und nachdem der Stöpsel dicht verschlossen wurde, dasselbe an seine Stelle gebracht und das Ganze wieder zusammengeschraubt. Soll nun der Apparat in Wirksamkeit gesetzt werden, so wird die Stange G niedergedrückt, worauf das Wasser auf das Brausepulver fällt, und das dadurch entwickelte Gas mittelst der Röhre L zu dem Wasser gelangt, und dasselbe imprägnirt, indem es von unten nach oben hindurchgeht und dann einen Druck auf dessen Oberfläche ausübt, welcher, wenn der Hahn I geöffnet ist, es durch die Röhre K treibt, so daß es durch den Ausfluß M in das darunter gesetzte Glas N läuft.

Eine andere Einrichtung von einem solchen Apparat stellt Fig. 24 dar. A ist der Raum, worin das kohlensaure Gas erzeugt wird und welcher dem röhrenförmigen Gefäß C in Fig. 23 entspricht; er liegt zwischen den beiden andern Gefäßen, B und C, und nicht innerhalb des größern. Oben und unten ist er mit metallenen Halsstücken versehen, mittelst denen er mit den Gefäßen B und C zusammengeschraubt wird. Zur Verdichtung dieser Verbindungen werden Leder- oder Kautschukscheiben angewendet. Das sich entwickelnde Gas geht durch die Röhre D hinab, welche oben mit einem Querschlitz versehen ist, der jedoch so fein ist, daß er kein Wasser hinabgelangen läßt. Die Röhre D ist von einer zweiten weiteren Röhre E umschlossen, und beide reichen fast bis zum Boden des Gefäßes B. Die Röhre E steht in Verbindung mit dem Heberhahn F, und der Druck des Gases treibt die Flüssigkeit durch den ringförmigen Raum zwischen den Röhren D und E in die Höhe, so daß sie durch den |256| Hahn auslaufen kann, wenn derselbe geöffnet ist. Man wird bemerken, daß sich der Stöpsel in dem obersten Gefäß C nach aufwärts öffnet, und nicht nach abwärts, wie bei dem erstbeschriebenen Apparate.

Beide Einrichtungen entsprechen dem Zweck, und die Erfinder haben noch andere Vorschlage gemacht, um die Verbindung zwischen dem Wasser- und Brausepulver-Behälter herzustellen. Nach einem dieser Vorschläge wird ein loses, sich nach oben öffnendes Ventil angewendet, welches mittelst Drähten mit einem flachen Ringe verbunden ist, der mit dem obern Theile des Gefäßes C, Fig. 23, in Berührung kommt, wenn der Apparat zusammengeschraubt wird, daher in die Höhe geht und dem Wasser den Durchgang gestattet. Auch läßt sich ein einfaches Klappenventil anwenden, welches durch einen von unten nach oben gehenden Draht geöffnet werden kann.

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