Titel: Davis' verbesserte Maschine zum Schneiden oder Hauen der Feilen.
Autor: Davis, William
Fundstelle: 1853, Band 130, Nr. XCVIII. (S. 406–408)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/ar130098

XCVIII. Verbesserte Maschine zum Schneiden oder Hauen der Feilen, welche sich William Davis in Leeds, am 11. Novbr. 1852 patentiren ließ.

Aus dem London Journal of Arts, Octbr. 1853, S. 267.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Bei den seitherigen Maschinen zum Hauen der Feilen, ließ man die Schneidinstrumente gewöhnlich gegen die Fläche der Klinge schlagen, und dieselbe während sie sich durch die Maschine bewegte, auf diese Weise behauen. Um den Messern und der Feilklinge die nöthigen Bewegungen zu ertheilen, war ein complicirter Mechanismus erforderlich; und da die Feile jedesmal nur auf einer Seite behauen werden konnte, so nahm das Behauen mit Wechseln der Klinge bedeutende Zeit in Anspruch. Zwar fehlt es nicht an Vorschlägen, zwei auf beide Seiten der Klinge zugleich |407| wirkende Schneidinstrumente anzuwenden; allein auch diese Anordnung ließ bedeutende Einwürfe zu und war weit entfernt, ein vollkommenes Product zu liefern. Diese Schwierigkeiten beseitigt der Patentträger durch einen Mechanismus, wobei die Messer fest sind und keinen Schlag auf die Klinge ausüben. Dadurch fällt der seither nicht zu umgehende complicirte Mechanismus weg, indem die Messer nur unter dem erforderlichen Winkel gestellt zu werden brauchen, während die Klinge eine hin- und hergehende Bewegung hat und gewaltsam gegen die Schneiden angetrieben wird, so daß die Zähne auf beiden Seiten der Klinge gleichzeitig gebildet werden.

Fig. 26 stellt die verbesserte Maschine in der Frontansicht, Fig. 27 im Verticaldurchschnitt dar. a ist der Träger, an welchen das obere Gestell b geschraubt ist. c und d sind zwei Schieber, wovon der eine d in dem andern c angeordnet ist, und in demselben während der Operation des Schneidens mit Hülfe der Schraube e allmählich fortbewegt wird. Das Schwanzende der Klinge g kommt in eine Kugel f zu liegen, welche in einer Hülse des Schiebers d spielt, und lehnt sich gegen eine Schraube h des Schiebers, wodurch sie in der geeigneten Neigung erhalten wird. Die Hälter i der Schneidinstrumente j sind beweglich und drehen sich um Zapfen, deren Lager an das Gestell b geschraubt sind. k ist ein oscillirender Hebel, welcher in Fig. 28 in der Detailansicht dargestellt ist. Dieser Hebel enthält zwei Finger l und m, welche vermöge einer schwachen Feder n die Feilklinge unmittelbar unter den Messern umfassen, und dieselbe in der gehörigen Lage halten. An dem äußeren Ende des Hebels k hängt ein Gegengewicht o, um die Messer zu balanciren, welche jederzeit auf den Fingern l und m ruhen. Soll eine verjüngt zulaufende Feile angefertigt werden, so wird, wie Fig. 27 zeigt, ein dieser Verjüngung entsprechender Metallstreifen p an diejenige Seite gelegt, welche sich gegen die Schraube h lehnt, so daß die Feilklinge beim Herabsteigen durch diesen Streifen stets unter gleicher Neigung gehalten wird; und da die Messer horizontal wirken, so bilden die Schnitte an den Seiten der Klinge stets einen stumpfen Winkel mit der Richtung ihres Niedersteigens. Die Oberfläche der Kugel f oder des Feilenhälters ist graduirt, und in dem Gestell d befindet sich bei g ein Loch, durch welches die Eintheilung gesehen und abgelesen werden kann, eine für die Anfertigung runder Feilen nothwendige Anordnung. – Zum Schneiden dreieckiger oder halbflacher Feilen bedient man sich nur eines einzigen Messers und bringt an der andern Seite ein metallenes Lager an, welches sich gegen die Seite des Schiebers c stützt.

Die Treibwelle ist in dem Gestell b, b gelagert und an ihrem einen Ende mit einem Schwungrade und einer Treibrolle versehen. Sie enthält |408| ferner ein Excentricum s und eine Schraube t, welche in ein an der Achse v befindliches Rad u greift. Die Achse v enthält an ihrem unteren Ende ein Rad w, welches in das Rad x greift, die Schraube e des Gestells c in Bewegung setzt und das Gestell d mit der Feilklinge veranlaßt während der Operation des Schneidens langsam niederzusteigen. Ehe jedoch das Schneiden beginnt, ist es nöthig die Lage des Gestells d zu adjustiren und dasselbe auf die geeignete Höhe zu richten. Dieses geschieht durch Umdrehung der Schraube e, wodurch das Schiebergestell d nach Erforderniß gehoben oder niedergelassen werden kann. Das untere Ende der Achse v dreht sich in einer excentrischen in einem Träger gelagerten Büchse. Soll nun das verschiebbare Gestell adjustirt werden, so sind zuvörderst die Räder w und x außer Eingriff zu setzen; dieses geschieht durch Drehung der Büchse v, wovon die Folge ist, daß sich jetzt das Rad x und die Schraube e unabhängig von den übrigen beweglichen Theilen frei drehen können.

Die Art, wie die Maschine arbeitet, ist folgende. Bei der Rotation der Achse v hebt das Excentricum s die Gestelle c und d mit der Feile g; auch der auf dem Gestell b gelagerte Hebel k geht mit in die Höhe. Die Finger m und l führen die Schneiden der Messer i, i aufwärts, und veranlassen sie, indem sie dieselben dadurch zurückdrängen, in die Feilklinge einzugreifen, während diese in Folge der Bewegung des Gestells c in die Höhe geht. Indem nun auf diese Weise die Fläche der Klinge gewaltsam gegen die Messer angedrückt wird, bilden sich auf ihr die Feilzähne, und durch eine Reihe solcher Operationen entsteht eine vollkommene Feile. Bei der fortgesetzten Rotation des Excentricums s wird das Gestell c durch die Feder z wieder zurückgezogen, um aufwärts einen neuen Hub zu machen. Während dieser Zeit wird die Klinge durch die Schraube t in Verbindung mit den Rädern x, w, der Achse v und der Schraube e, eine kleine Strecke abwärts bewegt, so daß jetzt ein neuer Theil ihrer Oberfläche der Einwirkung der Messer ausgesetzt ist.

Der Grad der Feinheit und der Abstand der Einschnitte der Feile wird mittelst Auswechselung der Zahnräder und der verstellbaren Schraube i regulirt.

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