Titel: Ansatz zum Färben von Grau und Schwarz auf Baumwolle in einem Zuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 7 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi01_7

Ansatz zum Färben von Grau und Schwarz auf Baumwolle in einem Zuge.

Die Eisenoxydsalzlösung wird so lange mit gewöhnlichem Syrup vermengt, bis kaustisches Ammoniak darin keinen Niederschlag erzeugt, sondern eine klare braune Lösung bildet. Es wird von dem Ammoniak dann so lange zugeschüttet, bis dasselbe deutlich hervorriecht. Dieser Ansatz wird mit einer concentrirten Blauholz- oder Gallusabkochung vermischt, welche, da das Ammoniak dem Eisensalze die Kraft, diese Abkochungen zu brechen, benommen hat, den Ansatz nur sehr schwach, fast gar nicht trübt. Nimmt man nun Stoffe durch diese Lösung, und setzt sie der Luft zum Trocknen aus, so verdampft nach und nach das Ammoniak, und in eben dem Maaße tritt dann auf den Stoffen die Einwirkung der wieder Kraft erlangenden Eisensalze auf die Pigmente ein, und dieselben nehmen nach und nach eine schwärzere Färbung an.

Eine schnellere und kräftigere Wirkung, als das Trocknen, bringt das Dämpfen der durch den Ansatz genommenen Stoffe hervor, hierbei wird die Farbe selbst fester.

Bedruckt man Baumwollenwaaren mit der Lösung, anstatt dieselben ganz durchzunehmen, und dämpft dann, so lassen sich leicht graue und schwarze Dessins erzeugen.

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Je nach der Concentration des Ansatzes sind die Farben auch dunkel; zu schwach darf derselbe nicht benutzt werden, da eine Anziehungskraft der Baumwollenfaser zu dem Ansatze nicht vorhanden ist, derselbe diese daher anfänglich nur mechanisch durchdringen muß. Mit Verdampfung des Ammoniaks tritt erst eine Befestigung ein.

Der Zusatz von chromsaurem Kali zur ammoniakalischen Lösung gibt dunklere und festere Farbentöne. Blausaures Kali hinzugegeben, gibt bläulichen Schein. Der Ansatz als Dinte benutzt, gibt auf dem Papiere nach und nach eine blauschwarze Farbe; Stahlfedern werden dadurch nicht im Geringsten angegrissen. (A. a. O.)

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