Titel: Ueber die Bestimmung des Trockengehalts der Milch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 11 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi02_11

Ueber die Bestimmung des Trockengehalts der Milch.

Milch mit Wasser verdünnt, soll auf den Nagel des Daumens getropft, schnell zerlaufen, während der Tropfen unverfälschter Milch convexe Gestalt behalte; dieß und ähnliche Merkmale, wohin auch das schnelle Ablaufen verdünnter Milch von einem Eisenstabe, das an manchen Orten sogar als polizeilicher Prüfstein gilt, gehört, verdienen bloß ihrer Unzuverlässigkeit wegen der Erwähnung.

Unter den rationellen Untersuchungsmethoden der Güte der Milch würde sicherlich die Bestimmung des Trockengehalts obenan stehen, wäre das Verfahren fördernd genug, so daß es dem Bedürfniß schneller Erledigung mehr entspräche. Indessen muß es hier als jedenfalls das bedeutendste Element zur Beurtheilung der Milch angeführt werden. Dampft man Milch ab, so überzieht sie sich mit einem Häutchen, und beim Kochen steigt sie leicht über. Diesem Uebelstande wird durch einen Kunstgriff von Haidlen abgeholfen, welcher in eine flache Porzellanschale, genau abgewogen, etwa 1 Loth gepulverten Gyps bringt, eben so viel Milch zusetzt, und siedet, bis das Ganze eine breiartige Consistenz annimmt, sodann auf dem Wasserbade verdampft, bis mehrere Wägungen, zwischen welchen wieder einige Zeit erwärmt worden, das gleiche Resultat zeigen. Man erfährt den durch den Gewichtsverlust sich ergebenden Wassergehalt der Milch, wenn man vorher die leere Schale, das Gypspulver und das Gewicht der Milch genau bestimmt hatte, und so mittelbar den Gehalt an festen Bestandtheilen.

Diese sollen allerwenigstens 12 Procent vom Gewichte der Milch betragen; in guter Kuhmilch belaufen sie sich auf 14 Procent, allein ein Trockengehalt von 12 Procent darf schon als ein Zeichen angesehen werden, daß eine starke Verfälschung durch Abrahmen oder Wasserzusatz nicht stattfand.

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Wollte man den Fettgehalt noch besonders bestimmen, so wäre das mit dem Milchrückstand gemengte Gypspulver mit Aether wiederholt zu behandeln, zu filtriren, und der Rückstand wieder zu trocknen und zu wägen, wobei der Gewichtsverlust dem Fettgehalte entspräche. Der Fettgehalt in reiner Kuhmilch kann zwischen 3,5 und 5 Procent schwanken.

Der zu dem Versuche dienende Gyps wird dargestellt durch Löschen gebrannten Gypses, Pulvern, vollständiges Austrocknen bei 80° R. und Aufbewahren in trockenen, wohl verschlossenen Flaschen. (Aus Prof. Bolley's Handb. d. tech.-chem. Untersuchungen, 1853, S. 399.)

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