Titel: Ueber die Traubenkrankheit; von Prof. Cesati.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1853, Band 130/Miszelle 14 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj130/mi130mi02_14

Ueber die Traubenkrankheit; von Prof. Cesati.

Unter den vielen Schriften, die über diesen Gegenstand mehr oder weniger rationell Sprache führten, finden wir auch von Professor Cesati in Vercelli, in der botanischen Zeitung von Regensburg, folgende Notizen, welche, für jeden denkenden Landwirth von Interesse seyn dürften.

1) An den kranken Weinstöcken befindet sich:

a) das Oidium Tuckeri Berk., welches, in Gestalt eines Mehles, die Beeren, Blätter und Ranken überzieht, die Beeren einschrumpfen und faulen macht;

b) die Ampelomyces quisqualis Ces., welche, aus einem röthlichen, nachmals erdfarbenem Flecke entstehend, nur die Beeren angreift, deren Haut verdickt und verhärtet, so daß sie aufspringen und bis in den Kern hinein Riffe bekommen.

2) Man bemerkt die Krankheit schon wenn der Weinstock thränt; trägt dieser bereits den Keim der Krankheit, so thränt er fast unmerklich, während im gesunden Zustande ein starkes anhaltendes Thränen stattfindet.

3) Die kleinen mikroskopischen Blattläuse von Robineau Desvoidy, auf den Blattadern, Blattstielen und Ranken erkrankender Reben entdeckt, und als eigentliche Ursache der Traubenkrankheit angesehen, wurden in Italien von Cesati nicht wahrgenommen.

4) Das Oidium hat allemal eine Zersetzung des Zuckerstoffs hervorgebracht, während die Traubenverhärtung mit dem Ampelomyces eine Ueberzuckerung, eine übermäßige Absonderung von Kohlenstoff ist.

5) Reben, die im Jahre 1851 von der Krankheit befallen waren und 1852 aufgeschnitten wurden, waren im Innern ganz schwarz, wie verkohlt.

6) Die Krankheit ist ansteckend und überzieht ganze Weinberge; es finden sich jedoch Ausnahmen, wie z.B. in einem Weinberge, wo Stöcke der Vitis labrusca L. unter den gewöhnlichen Reben standen, letztere allein erkrankten, die der Vitis labrusca blieben gesund und trugen die herrlichsten Trauben. In einem andern Weinberge war ein Blitzstrahl an einem Weinstocke herabgefahren und hatte die Blätter alle versengt. Dieser blattlose Stock brachte vollkommen gesunde Trauben, während alle andern Stöcke ringsumher erkrankten und faulten. (Allg. Landw. und Forstzeitung.)

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